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Krise: Manager sehen Konjunkturpaket kritisch

Die Rezession hat Deutschland fest im Griff. Der Handelsblatt-Indikator sagt eine weitere Talfahrt der Wirtschaft voraus. Diesem Trend versucht sich die Bundesregierung mit aller Kraft entgegenzustemmen. Deutschlands Top-Manager bewerten das Krisenmanagement kritisch – sie befürchten eine Explosion der Staatsverschuldung.

Am heutigen Montag findet im Finanzausschuss des Bundestags eine Expertenanhörung zu den Plänen der Bundesregierung statt. Foto: dpa Quelle: dpa
Am heutigen Montag findet im Finanzausschuss des Bundestags eine Expertenanhörung zu den Plänen der Bundesregierung statt. Foto: dpa Quelle: dpa

DÜSSELDORF/FRANKFURT/BERLIN. Nachdem die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2008 um rund zwei Prozent geschrumpft sein dürfte, sagt der Handelsblatt-Konjunktur-Indikator für das laufende erste Quartal einen weiteren Einbruch des BIP um ein Prozent voraus. Für das Gesamtjahr 2009 rechnen die Volkswirte von Barclays-Capital, die den Indikator für das Handelsblatt berechnen, mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um etwa drei Prozent. „Der Kollaps der deutschen Industrie wird im ersten Quartal anhalten“, sagte Barclays-Volkswirt Nick Matthews.

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Am Freitag hatte das Bundeswirtschaftsministerium einen erneuten Einbruch der Industrieproduktion für Dezember gemeldet. Mit einem preis- und saisonbereinigten Minus von 4,6 Prozent hatte sich der Rückgang gegenüber dem Vormonat sogar noch weiter beschleunigt. Nach Einschätzung der Barclays-Volkswirte wird die schwache Konjunktur die Arbeitslosenquote im Jahresverlauf in Richtung neun Prozent drücken – rund 1,5 Punkte mehr als zum Ende 2008. Und die steigende Arbeitslosigkeit bremse den Konsum.

Diesem Trend versucht sich die Bundesregierung mit aller Macht entgegenzustemmen. Erklärtes Ziel ihres Konjunkturpakets II ist es, mit 50 Mrd. Euro Steuergeldern möglichst viele Jobs zu retten. Heute findet im Finanzausschuss des Bundestags eine Expertenanhörung zu den Regierungsplänen statt; zu ihr sind Vertreter von Gewerkschaften, Kommunen, Verbänden sowie Wirtschaftsexperten eingeladen. Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz sagte, „wenn die Maßnahmen sehr schnell umgesetzt werden – vor allem die Investitionen –, dann kann eine leichte Bremswirkung erzielt werden.“

Ähnlich äußerten sich die Verbände in ihren Stellungnahmen. Tenor: Angesichts der Schwere der Krise ist das Konjunkturpaket mit einem Volumen von 50 Mrd. Euro vom Umfang her angemessen – je nach Verband würden freilich unterschiedliche Schwerpunkte präferiert. So fordert der BDI zusätzliche Hilfen bei der Unternehmensfinanzierung: EZB und Bundesbank sollten kurzlaufende Schuldverschreibungen von Unternehmen ankaufen; außerdem müssten die staatlichen Exportkreditversicherungen vorübergehend ausgeweitet werden. Der DIHK plädiert für Erleichterung beim Kurzarbeitergeld, eine einfachere Vergabe von Bürgschaften und Förderkrediten sowie den Wegfall des Vorbeschäftigungsverbots und die Verlängerung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen um mindestens zwei weitere Jahre.

Insgesamt gehen damit die Funktionäre aber deutlich positiver als die Wirtschaft selbst mit der Bundesregierung ins Gericht. Denn die Topmanager sehen das Krisenmanagement in Berlin kritisch. Laut Handelsblatt Business-Monitor halten fast drei Viertel der Befragten die Gefahr für groß, dass mit den Konjunkturpaketen nur die Staatsverschuldung aufgebläht werde, ohne die Rezession wirksam einzudämmen. 22 Prozent nennen diese Gefahr sogar „sehr groß“. Vor allem junge Manager unter 40 Jahren sind ernsthaft in Sorge, so die von der Unternehmensberatung Droege & Comp. und dem Handelsblatt in Auftrag gegebene exklusive Umfrage unter knapp 800 Top-Managern.

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