Lage verbessert sich
Geschäfte der Wagnisfinanzierer laufen so gut wie lange nicht mehr

Der Beteiligungsmarkt spürt die ersten Anzeichen des Aufschwungs. Auch der Handelsblatt-Frühindikator deutet auf Besserung der gesamtwirtschaftlichen Lage hin.

pk/ost FRANKFURT/M. Die Lage auf dem deutschen Beteiligungsmarkt hat sich im vierten Quartal 2003 deutlich aufgehellt. Außerdem blicken die Finanzinvestoren, die in den vergangenen Jahren wesentlich am Umbau der Deutschland AG beteiligt waren, zuversichtlich in die Zukunft. Das „German Private Equity Barometer“, das vom Branchenverband BVK und der KfW-Bankengruppe erstellt wird, lag im vierten Quartal auf dem höchsten Stand seit Ende 2002. „Endlich wird der Aufschwung nicht mehr nur herbeigesehnt, sondern wir können tatsächlich eine Verbesserung der Lage beobachten“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.

Das Barometer kletterte im vierten Quartal auf einen Wert von plus 13, das heißt, die positiven Lageeinschätzungen der Wagnisfinanzierer überwogen die negativen um 13 Prozentpunkte. Auf Basis der Prognosen für die Geschäftsaussichten in den nächsten Monaten wird der Geschäftsklima-Index im Sommer dieses Jahres sogar bei plus 55 Punkten erwartet.

Auch die Risikokapitalgeber für junge Technologiefirmen kommen langsam aus dem Tal. „In den vergangenen beiden Monaten haben wir wieder verstärkt Kaufinteresse für unsere Beteiligungen gesehen. Das war zuvor fast ein Jahr lang nicht der Fall“, sagt Jörg Überla, Partner beim Finanzinvestor Wellington.

Auch die Aussichten für die deutsche Konjunktur insgesamt haben sich etwas aufgehellt. Das signalisiert der Handelsblatt-Frühindikator im Februar. Das Barometer, das dem Wirtschaftswachstum etwa drei Monate vorausläuft, stabilisierte sich im Februar auf dem höchsten Stand seit Juni 2001. Im ersten Quartal dürfte das Wirtschaftswachstum damit etwas höher ausfallen als bislang prognostiziert.

Der Indikator signalisiert einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 0,8 % in gleitender Jahresrate – bislang hatte er nur auf ein Plus von 0,6 % hingedeutet. „Im zweiten Quartal könnte sich das Wachstumstempo auf gut ein Prozent erhöhen“, sagt Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Universität Münster, der den Indikator konzipiert hat und ihn monatlich berechnet.

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