Rezession
Wahrscheinlichkeit liegt bei 20 Prozent

Die Schwächephase der deutschen Wirtschaft hält offenbar länger an als erwartet. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Vierteljahr geschrumpft war, dürfte es im laufenden dritten Quartal „bestenfalls“ stagnieren. Die Liste der Ursachen ist lang.

FRANKFURT. Das sagen die Ökonomen von Barclays Capital vorher, die monatlich den Handelsblatt-Barclays-Indikator berechnen. Damit haben die Konjunkturexperten ihre Prognose für die Monate Juli bis September geringfügig nach unten korrigiert - im Vormonat hatten sie noch Wachstum von 0,1 Prozent im Vorquartalsvergleich erwartet.

Die Liste der Ursachen für die derzeit geringe Wirtschaftsleistung ist lang: Die größte Sorge bereitet Volkswirten neben dem nicht in Gang kommenden Konsum und der nachlassenden Nachfrage wichtiger Außenhandelspartner die deutsche Industrie. Nachdem die Auftragseingänge des verarbeitenden Gewerbes sieben Monaten infolge zurückgegangen waren, hatten Experten ein Ende der Durststrecke erwartet - und wurden enttäuscht. Die Order gingen das achte Mal in Folge zurück – und die Auswirkungen auf das produzierende Gewerbe wurden drastischer. Es sackte im Juli tief ins Minus und ging um 1,8 Prozent verglichen mit dem Vormonat zurück. Obendrein revidierte das Bundeswirtschaftsministerium den ohnehin mageren Anstieg vom Vormonat von 0,2 Prozent auf 0,1 Prozent nach unten.

Diese Tendenz dürfte „angesichts der seit Monaten rückläufigen Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie und dem abflauenden Geschäftsklima" auch in den kommenden Monaten anhalten, erwartet auch das Wirtschaftsministerium. Im Juli stellten sowohl die Industrie als auch das Bauhauptgewerbe weniger her als einen Monat zuvor. Mit einem Rückgang um knapp vier Prozent sank die Produktion bei Herstellern von Investitionsgütern am stärksten. Auch die Produzenten von Konsumgütern sowie Vorleistungen erzeugten weniger als im Juni. Damit von der deutschen Industrie trotz der schwachen Juli-Daten noch Impulse für das Gesamtwachstum im dritten Quartal ausgehen können, müssten im August und September jeweils Produktionszuwächse von mehr als 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat erzielt werden. Dies haben die Volkswirte von HSBC Trinkaus berechnet. Aufgrund der zuletzt anhaltend rückläufigen Auftragseingänge halten sie das allerdings nicht für realistisch.

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