Stärkes Wachstum
Produktionsschub stärkt die Konjunktur

Die steigenden Auftragseingänge und die anziehende Produktion heizen die deutsche Wirtschaft an. Im dritten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen. Das sagt der Barclays-Indikator vorher, den die Bank monatlich für das Handelsblatt exklusiv berechnet.

FRANKFURT. Bereits im vergangenen Monat hatte das Barometer ein starkes drittes Quartal prognostiziert. Seither haben diverse Konjunkturdaten den positiven Trend gestützt. Einen kräftigeren Zuwachs erwirtschaftete die deutsche Wirtschaft zuletzt Anfang 2008. Danach sank das BIP vier Quartale in Folge in teils historischem Ausmaß. Wie tief der Sturz war, zeigt der Vorjahresvergleich: Im dritten Quartal dürfte das BIP trotz des aktuellen Aufwärtstrends noch immer um fast fünf Prozent unter dem Vorjahreswert liegen, erwartet Barclays Capital.

"Die akuellsten Daten stützen das Bild, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft deutlich an Fahrt gewinnt", sagt Barclays-Capital-Volkswirt James Ashley. Die Reihe der positiven Nachrichten setzte sich auch gestern fort. Vor allem die Unternehmen aus dem Baugewerbe und der Industrie sorgten dafür, dass die Produktion im August um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegte. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.

Auch die Chemiebranche, die als konjunkturelles Frühwarnsystem gilt, weil andere Industriezweige auf ihre Produkte angewiesen sind, sieht europaweit Zeichen einer langsamen Erholung. Branchenvertreter berichten von einer stetigen Besserung bei den Produktions-und Absatzzahlen in den letzten sechs Monaten. Allerdings ist die Unsicherheit groß, inwieweit dahinter echte Nachfrage oder nur Lagereffekte stehen. Mehrere deutsche Hersteller wie BASF und Wacker haben ihre Kurzarbeit deutlich reduziert und Kapazitäten, die um die Jahreswende stillgelegt wurden, teilweise wieder in Betrieb genommen.

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