Unerwartet schwaches Plus im vierten Quartal 2004: Eurokonjunktur-Indikator: Wachstum im Euro-Raum tritt auf der Stelle

Unerwartet schwaches Plus im vierten Quartal 2004
Eurokonjunktur-Indikator: Wachstum im Euro-Raum tritt auf der Stelle

Die Wachstumsentwicklung in der Euro-Zone dürfte im ersten Halbjahr 2005 nicht weiter an Dynamik gewinnen. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikators im Februar. Das Barometer signalisiert für die ersten beiden Quartale des laufenden Jahres ein Wachstum von jeweils 1,8 Prozent in gleitender Jahresrate. Der Frühindikator läuft der tatsächlichen konjunkturellen Entwicklung in der Regel um drei Monate voraus.

doh DÜSSELDORF. Die Wachstumsentwicklung in der Euro-Zone dürfte im ersten Halbjahr 2005 nicht weiter an Dynamik gewinnen. Das ist die Botschaft des Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikators im Februar. Das Barometer signalisiert für die ersten beiden Quartale des laufenden Jahres ein Wachstum von jeweils 1,8 Prozent in gleitender Jahresrate. Der Frühindikator läuft der tatsächlichen konjunkturellen Entwicklung in der Regel um drei Monate voraus.

Nach am Dienstag veröffentlichten vorläufigen Berechnungen des Europäischen Statistikamtes Eurostat hat sich das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im vierten Quartal 2004 überraschend verlangsamt. Laut Eurostat legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroland im Vorquartalsvergleich nur um 0,2 Prozent zu. In gleitender Jahresrate entspricht dies einem Anstieg von 1,7 Prozent. Im dritten Quartal hatte der Zuwachs noch 0,3 Prozent betragen, das sind 1,5 Prozent in gleitender Jahresrate. Gebremst wurde das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im letzten Quartal 2004 vor allem von Deutschland und Italien.

Im Gesamtjahr 2004 betrug das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone nach der Schnellschätzung der Statistiker 2,0 Prozent. Allerdings beinhaltet diese Schätzung einen positiven Arbeitstageeffekt von 0,3 Prozent. Das saison- und arbeitstäglich bereinigte BIP, das dem Handelsblatt-Indikator als Referenzgröße dient, ist 2004 somit nur um 1,7 Prozent gestiegen.

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„Ein Abschwung ist in Euroland wohl nicht zu erwarten, aber dynamisches Wachstum sieht anders aus“, resümiert Ulrich van Suntum, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität in Münster. Van Suntum hat den Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator entwickelt und berechnet ihn monatlich.

Im Januar hatte der Indikator noch eine leichte Wachstumsbeschleunigung im zweiten Vierteljahr auf 2,1 Prozent vorausgesagt. Diese vorläufige Prognose musste nun – insbesondere wegen der schlechten Zahlen für das vierte Quartal – auf Basis der neuen Daten nach unten revidiert werden. Die endgültige Prognose für das zweite Quartal wird im März vorliegen. „Zu der aktuell ungünstiger gewordenen Voraussage hat auch das im Januar erneut schwächer gewordene Industrievertrauen im Euroraum beigetragen“, erklärt van Suntum.

Derzeit sei die Konjunkturlage in der Euro-Zone „weder Fisch noch Fleisch“, meint der Ökonom. Ein Bremsklotz des Wirtschaftswachstums ist die trübe Stimmung der Verbraucher in der Euro-Zone. Sie stagniert bereits seit vier Monaten unter ihrem langjährigen Durchschnittsniveau. „Derzeit sehen die Konsumenten zwar keine weitere Verschlechterung, aber eben auch keine Besserung der Lage“, argumentiert van Suntum. Das betreffe sowohl ihre eigene finanzielle Situation als auch die allgemeinen ökonomischen Perspektiven. „Es herrscht eine gewisse Orientierungslosigkeit, so dass man sich weiterhin mit größeren Anschaffungen zurückhält“, meint van Suntum.

Auch nach den am Dienstag veröffentlichten Prognosen der EU-Kommission wird das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone in den nächsten Monaten nicht spürbar an Fahrt gewinnen. Für das erste Quartal des laufenden Jahres senkte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose leicht auf 0,2 bis 0,6 Prozent. Zuvor hatte sie für die Monate Januar bis März ein BIP-Plus von 0,3 bis 0,7 Prozent erwartet. Für das zweite Quartal 2005 prognostiziert die EU-Kommission ebenso einen Anstieg um 0,2 bis 0,6 Prozent.

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