Weltwirtschaft ist Wachstumsmotor
Handelsblatt-Frühindikator: Erholung der Konjunktur

Die Erholung der deutschen Konjunktur wird sich voraussichtlich bis in den Winter fortsetzen, signalisiert der Handelsblatt-Frühindikator. Das Barometer ist im August den dritten Monat in Folge gestiegen – von 0,6 auf 0,7 Prozent. Der Indikator läuft der tatsächlichen konjunkturellen Entwicklung um drei Monate voraus.

pbs/HB DÜSSELDORF. Wachstumsmotor ist weiterhin die boomende Weltwirtschaft – während die Binnenkonjunktur nicht richtig auf die Beine kommt. Bereits seit gut einem Jahr profitiert die deutsche Exportwirtschaft von der kräftigen Auslandsnachfrage. Produkte „Made in Germany“ sind in den USA und in Asien, wo die Wirtschaft boomt, gefragt.

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Wie gut das Geschäft läuft, beweist die Entwicklung des es deutschen Maschinenbaus. Sein Anteil am Welthandel beträgt nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) inzwischen gut 19 Prozent. Damit liegen die Deutschen noch vor Japan und den USA. Allerdings geht ein Teil dieser Entwicklung auch auf die Aufwertung des Euros zurück. Weil sich die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar und einigen asiatischen Währungen verteuert hat, sind die Exportsummen der von der Abwertung betroffenen Länder mit geringeren Werten in die Welthandelssumme eingegangen.

Dass der Export sich besser entwickelt hat als erwartet, haben vier der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland zum Anlass genommen, in den vergangenen zwei Monaten ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr anzuheben. An der Spitze der Optimisten liegt das Rheinisch- Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) mit 2,1 Prozent – drei weitere Institute gehen wie Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement von 1,8 Prozent Wachstum aus. Ulrich van Suntum, der den Handelsblatt-Frühindikator entwickelt hat und ihn monatlich berechnet, kann diesen Optimismus nicht teilen: „Die nahezu einhellige Anhebung der Institutsprognosen für das laufende Jahr ist angesichts der aktuellen Datenlage ein gewagtes Spiel“, mahnt der Münsteraner Ökonomie-Professor. Denn noch „gibt es kaum Anzeichen dafür, dass sich die Binnennachfrage in absehbarer Zeit beleben würde“. Aus dem Inland seien zuletzt sogar wieder weniger Bestellungen für Investitionsgüter eingegangen.

Van Suntum kommt deswegen zu dem Fazit: „Aus heutiger Sicht wird man schon froh sein können, wenn am Ende die vom Hamburgischen Weltwirtschaftsarchiv vorausgesagten 1,5 Prozent Wachstum herauskommen.“ Zwar seien die Einzelhandelsumsätze im Juni gestiegen – der starke Einbruch vom Mai konnte damit aber nicht ausgeglichen werden. Dass es der Branche weiterhin schlecht geht, hat auch die jüngste Umfrage des Münchener Ifo-Instituts gezeigt: Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im Juli nach der positiven Stimmung zum Jahresbeginn wieder eingetrübt. Der Ifo- Geschäftsklima-Index für die Stimmung der deutschen Wirtschaft insgesamt war im Juli gestiegen - nachdem er zuvor zwei Monate in Folge gesunken war.

Düster sind die Perspektiven für die konjunkturelle Entwicklung in Ostdeutschland. Zwar hat sich die Auftragslage im verarbeitenden Gewerbe merklich verbessert – aber im Baugewerbe ist die Stimmung weiterhin schlecht.

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