Handelsblatt-Interview
Fed-Gouverneur Stern erwartet robustes US-Wirtschaftswachstum

Der Präsident der Fed von Minneapolis, Gary Stern, ist zuversichtlich, dass die steigenden Leitzinsen das Wirtschaftswachstum in den USA nicht beeinträchtigen werden. „Die Aussichten für die amerikanische Wirtschaft sind sehr vielversprechend, mit Sicherheit für den verbleibenden Teil dieses Jahres und für 2007“, sagte Stern im Gespräch mit dem Handelsblatt.

BERLIN. Er erwartet eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Dynamik der vergangenen zwei oder drei Jahre mit Wachstumsraten von drei bis vier Prozent, niedriger Inflation und moderaten Zinsen.

Stern geht davon aus, dass sich der Anstieg der Häuserpreise in den USA etwas verlangsamen und der Immobilienmarkt insgesamt leicht abkühlen wird. „Aber so lange Beschäftigung und Einkommen weiter wachsen, sollte der private Konsum robust bleiben und die Wirtschaft gut laufen“, sagte der Fed-Präsident von Minneapolis. Er steht damit im Gegensatz zu der Prognose vieler Ökonomen. Sie rechnen damit, dass der auslaufende US-Immobilienboom den Anstieg des Konsums und damit das US-Wirtschaftswachstum 2006 spürbar bremsen wird. Mehrere Jahre lang haben die Amerikaner ihre immer teurer werdenden Immobilien beliehen und die so gewonnene Liquidität für Konsumzwecke verwendet

Im geldpolitischen Ausschuss der US-Notenbank (FOMC) ist der Präsident der Fed von Minneapolis im Wechsel mit den Präsidenten von Kansas City und San Francisco stimmberechtigt. Stern stimmt 2008 wieder mit. An den FOMC-Sitzungen nehmen aber immer alle Fed-Präsidenten teil und können die Entscheidungen mit beeinflussen.

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