Handelssystem
WTO: Aussichten für Welthandel deutlich getrübt

Die internationale Finanzkrise sowie steigende Lebensmittel- und Ölpreise trüben für 2008 nach Angaben der Welthandelsorganisation (WTO) die Aussichten für das Handelswachstum. Positive Signale kommen aus den Entwicklungs- und Schwellenländern.

HB GENF. Lag das Wachstum 2006 noch bei 8,8 Prozent, so legte der Welthandel im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen nur noch um 5,5 Prozent zu. In diesem Jahr dürfte das Wachstum mit geschätzten 4,5 Prozent noch darunter liegen. Das geht aus der jüngsten Handelsstatistik der WTO hervor, die am Donnerstag in Genf vorgelegt wurde.

Gegenwärtig wird mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent in den meisten Industriestaaten gerechnet, für Entwicklungsländer mit 5,0 Prozent. Insgesamt könnte dies zu einer Steigerung der weltweiten Produktion um 2,6 Prozent und somit um einen realen Zuwachs des Welthandels um etwa 4,5 Prozent führen, heißt es in dem Bericht. „Dies sind jedoch unsichere und sorgenvolle Zeiten für die Weltwirtschaft“, meinte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy dazu.

„Wir müssen unser weltweites Handelssystem mehr als zuvor durch transparente, vorhersehbare und gleichwertige Regeln verstärken,“ sagte Lamy mit Blick auf die laufenden Verhandlungen der sogenannten Doha-Liberalisierungsrunde.

Insgesamt hätten sich die Wachstumsraten für Weltwirtschaft und Welthandel im vergangenen Jahr wegen des Rückgangs der Nachfrage in den Industriestaaten abgeschwächt, heißt es in dem Bericht weiter. Dabei habe Nordamerika die schwächste Produktionsrate gezeigt.

Die Entwicklungs- und Schwellenländer hätten jedoch ihr Wachstum beibehalten und rund 40 Prozent zum Weltwachstum beigetragen. Ihr Anteil an Ex- und Importen habe 2007 mit 34 Prozent eine Rekordmarke erreicht. Der starke Anstieg der Rohstoffpreise besonders bei Öl und Metallen habe außerdem die finanzielle Lage der meisten Entwicklungsregionen gestärkt. Allerdings sorgten höhere Energie- und Lebensmittelpreise auch für weltweiten Inflationsdruck.

Für das laufende Jahr sehen die WTO-Ökonomen vor allem die Tendenz zu einer Rezession in den USA, eine schwächere Nachfrage in Europa und Japan sowie steigende Inflation und gedrückte Stimmung an den Aktienmärkten. Wieder kämen die positiven Nachrichten aus den Entwicklungs- und Schwellenländern, wo starkes Handelswachstum vorausgesagt wird. Allerdings sei unsicher, wie lange diese Länder dem internationalen Druck durch Inflation und höhere Preise standhalten könnten.

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