Handelsüberschuss
Chinas Exportmotor brummt

Chinas Handelsüberschuss hat sich im September im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Volkswirte erkennen in den Daten klare Belege für den Wettbewerbsvorteil der boomenden chinesischen Exportwirtschaft im internationalen Handel durch die unterbewertete Landeswährung Yuan.

HB PEKING. Chinas Exporte übertrafen die Importe nach offiziellen Angaben von Donnerstag um 15,3 Milliarden Dollar. Dies lag zwar etwas unter dem Rekordwert des Vormonats von 18,8 Milliarden Dollar, aber deutlich höher als erwartet. Vor einem Jahr betrug der Überschuss noch 7,57 Milliarden Dollar.

Die Ausfuhren stiegen im September um 30,6 Prozent, die Importe um 22 Prozent. In den ersten neun Monaten betrug der Handelsüberschuss knapp 110 Milliarden Dollar und war damit bereits höher als der des gesamten Vorjahres. Für die kommenden Monate erwarten Volkswirte wegen des nahenden Weihnachtsgeschäfts in der westlichen Welt einen anhaltenden Export-Boom und damit weiterhin Überschüsse der chinesischen Handelsbilanz in zweistelliger Milliardenhöhe. Einige Experten argumentieren allerdings, dass jüngste Kürzungen der Rabatte bei den Exportsteuern die Ausfuhren etwas bremsen könnten.

Die Handelsüberschüsse in China gehen einher mit drastischen Defiziten in der US-Handelsbilanz. Die US-Regierung sieht den künstlich niedrig gehaltenen Yuan als einen zentralen Faktor für diese Ungleichgewichte. China hatte den Kurs der bis dahin eng an den Dollar gekoppelten Währung im Juli 2005 etwas flexibilisiert, was zu einer leichten Aufwertung führte.

Seither darf der Yuan in engen Schwankungsbreiten zu einem Währungskorb pendeln. Dies stellt die Regierung mit Interventionen sicher. In diesem Zeitraum ist der Yuan zum Dollar um lediglich 2,5 Prozent gestiegen. Weitere drastische Schritte lehnt die kommunistische Führung des Landes ab. US-Experten zufolge ist der Yuan noch immer um 40 Prozent unterbewertet.

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