Hans-Werner Sinn

Euro-Krise: Deutschland droht Billionen-Verlust

In einem Interview spricht sich der Chef des Ifo-Instituts erneut für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aus. Deutschland könnte wegen der Krise außerdem fast eine Billion Euro verlieren.
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Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht Deutschland vor einem Billionen-Verlust. Quelle: dapd

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht Deutschland vor einem Billionen-Verlust.

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BerlinDie Euro-Krise könnte Deutschland nach Einschätzung des Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn bis zu eine Billion Euro kosten. "Der in Griechenland verlorene Betrag von etwa 80 Milliarden Euro ist klein im Vergleich zu der Summe, für die wir insgesamt haften: Um den Euro zu retten, sind wir bereits gewaltig ins Risiko gegangen", sagte Sinn der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht.

Die Bundesrepublik verliere bei einem möglichen Staatskonkurs Italiens, Griechenlands, Spaniens und Portugals über 600 Milliarden Euro. "Und wenn der Euro zusätzlich zerbrechen sollte, kommen noch einmal gut 300 Milliarden für nicht einbringliche Notenbank-Forderungen hinzu. Insgesamt könnte dann eine knappe Billion Euro weg sein", sagte der Ökonom.

Sinn sprach sich erneut für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aus. "Schon vor zwei Jahren habe ich gesagt, dass Griechenland im eigenen Interesse aus der Euro-Zone austreten sollte. Griechenland würde im Euro nie die Wettbewerbsfähigkeit erlangen, die es braucht, um aus seiner wirtschaftlichen Depression wieder heraus zu kommen", ergänzte er.

In Griechenland stehen Mitte Juni Neuwahlen an, weil die Abstimmung von Anfang Mai keine klaren Mehrheitsverhältnisse geschaffen hat und eine Regierungsbildung gescheitert ist. Umfragen zufolge können die Gegner des strikten, von EU und IWF auferlegten Sparkurses mit Zugewinnen rechnen. Es wird befürchtet, dass das Land damit auf den Staatsbankrott und eine Rückkehr zur Drachme zusteuern könnte.

  • rtr
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111 Kommentare zu "Hans-Werner Sinn: Euro-Krise: Deutschland droht Billionen-Verlust"

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  • Schade, dass Deutschland nicht über die Einführung des Euros entscheiden durfte. Nach einer für mich gänzlich neuen und überraschenden Information im Mittagsmagazin (in den sonstigen Medien habe ich nie diese Beweggründe Deutschlands gehört) bereits vor Jahren habe ich erfahren, dass Deutschland den Euro nehmen musste. Dies war die Bedingung der Franzosen für die Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands. Nachdem im ehemaligen Grundgesetz aber die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten als höchstes Ziel definiert wurde, hatte Deutschland keine andere Wahl, als diese Forderung ohne eine Volksbeteiligung - wie in anderen Staaten - zu erfüllen. Ich denke, dass nur ein kleiner Teil unserer Staatsbürger darüber informiert ist.

  • Noch weiterführend:

    http://www.youtube.com/watch?v=OGGDl_eJte8&feature=related

    Hier sagt Prof. Sinn grundsätzlich das gleiche wie im ersten Link, glänzt aber mit wirklich eindeutigen Aussagen. Auch das 1 3/4 Stunden lohnen sich, obwohl einige Teile identisch sind zum besgten ersten Link.

  • Ich glaube nicht, dass das der Fall ist:

    http://www.youtube.com/watch?v=yI4g8Ti6eTM&feature=related

    Es lohnt sich m.E., diese 2 Stunden Zeit zu investieren.

  • Die von Prof. Sinn markierten Probleme sind korrekt, sein Lösungsansatz ist jedoch grundfalsch. Deutschlands Rettung liegt im eigenen Austritt aus dem EUR - nicht in der Erhöhung der Schuldenberge. So lange der irrwitzige Glaube von Merkel, Schäuble & Co. vertreten wird, Europa müsse zu einem zentral regierten Schuldenstaat vereinigt werden, ist die Katastrophe programmiert. Prof. Sinn weiss das auch - nur sagen tut er es nicht.

  • Nur Hamster laufen im Laufrad. Ratten sind klug und organisieren sich.

  • Wir hätten schon längst aus dem Euro raus gemusst um unser Volksvermögen zu schützen und Generationen nicht mit weiteren Verbindlichkeiten zu belasten. Aber der Status Quo war den Politikern im Sinne der Banken und Konzerne wichtiger. Nun haben wir fast den Point of no Return erreicht. Sodass wir im Fall eines Crashs mächtig in der Tinte sitzen. Was auf die Gesellschaft und das soz. Gemeinwesen negativ durchschlagen wird.

  • Ja, man kann sich fragen, inwieweit es nicht wirklich besser wäre, wenn D aus dem Euro austreten würde. Dann wäre es für andere Länder leichter.
    Nur darf das ideologisch nicht passieren, weil wenn D aussteigt, werden andere folgen. Laut einem griechischen Minister ist dies auch der Grund, warum Griechenland unbedingt drin bleiben muss. Als Zeichen, dass Ausstieg nicht möglich ist. Der reine Wahnsinn, das Ganze.

  • Risiken der Contagion nicht zu sehen, weder damals noch heute

    ...ist in beiden Szenarien doch gegeben...und ziemlich unkalkulierbar, weil die Lage der Banken nach wie vor dunkel ist (wie genau sehen die Pyramiden aus und wen beissen die Hunde).
    Er hat im Jahre 2010 schon drauf hingewiesen, dass es dieses Risiko gibt. Z.B. in der Diskussionsrunde über den den Euro und Griechenland in Frontal21. Somit ist ihr Vorwurf unberechtigt.

  • H-W.Sinns Beitrag zur Euro-Krise
    Typisch, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, hört man dieses sinnlose Geschwätz.
    Wo waren die Warnungen des IFO-Präsidenten Sinn als unsere Banker jahrelang auf unsere Kosten gezockt haben?Was hat er getan, um diesen unermesslichen Schaden auf Kosten des deutschen Steuerzahlers zu verhindern?
    Wo waren Sinns Warnungen vor Einführung des Euros?Was hat er dagegen unternommen?
    Nun soll es Sinn machen,dass wir Deutschen den faulen, korrupten nicht Steuern zahlenden Südländern weiterhin unsere hart erarbeiteten Euronen in den Hals schieben.
    Es gibt nur eine Lösung, Deutschland verabschiedet sich vom Euro und kehrt zurück zur D-Mark.Ein Ende mit Schrecken ist einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen.

  • Ämm…

    ÄÄÄÄÄ…

    Was muss ich eigentlich gelernt haben, um von anderen das Geld ungestraft zu vernichten/ „stehlen“?

    Was sagt eigentlich der Verfassungsschutz zu der ungezügelten Geldvernichtung der Politiker?

    Was sagen die Deutschen Rechtswissenschaftler dazu?

    Das alles soll rechtens sein?

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