HDE-Bilanz
Höhere Steuer verdirbt Handel das Geschäft

Die höhere Mehrwertsteuer macht dem Handel stärker zu schaffen als ohnehin befürchtet. Der Branchenverband HDE halbierte am Dienstag seine Umsatzprognose für 2007. Für 2008 setzt der Verband nun auf das „Prinzip Hoffnung“.

HB DÜSSELDORF. Der HDE erwartet nunmehr ein nominales Umsatzplus von nur noch 0,5 Prozent, nachdem er im Juli noch von einem Zuwachs von einem Prozent ausgegangen war. Da die Preise aber stärker zulegen werden, werde der Umsatz unter dem Strich sogar um um 0,5 Prozent sinken. „Steuern rauf, Umsätze runter“, bilanzierte der Verband.

Vor allem im ersten Halbjahr verdarb die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 von zuvor 16 Prozent den Verbrauchern in Deutschland die Kauflaune. Nur 34 Prozent der vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) befragten Unternehmen konnten in den ersten sechs Monaten steigenden Umsätze vermelden. 41 Prozent registrierten sinkende Erlöse. Auch die ohnehin schmalen Renditen schmolzen dem HDE zufolge weiter dahin, da die Händler die höheren Steuern wegen des harten Wettbewerbs in der Branche nicht voll an die Kunden weitergeben konnten. Besonders hart traf die Entwicklung dem HDE zufolge Möbel- und Elektronikmärkte, da viele Kunden sich in Erwartung der höheren Mehrwertsteuer bereits Ende 2006 mit deren Waren eingedeckt hatten. Insgesamt konnte der Handel damit anders als andere Branchen erneut nicht vom Aufschwung in Deutschland profitieren.

Für das zweite Halbjahr erwartet der HDE nun zwar ein Umsatzplus von nominal gut einem Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch werde dies nicht ausreichen, um den Rückgang aus den ersten sechs Monaten aufzufangen. Immerhin: Für das wichtige Weihnachtsgeschäft rechnet HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth mit einer „durchaus positiven“ Stimmung der Verbraucher. Er gehe auch nicht davon aus, dass die Hypothekenkrise die Kunden so verunsichern werde, dass sie bei ihren Konsumausgaben stärker geizen. Zudem gebe es auch einzelne Handelssparten wie Parfümwaren und Schuhe, die sich von der Branchenentwicklung abkoppeln und Umsatzzuwächse verbuchen konnten. „Leider gibt es zu wenig Frauen in Deutschland, sonst ginge es dem Einzelhandel besser“, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr zu dieser Entwicklung.

Im kommenden Jahr könnte der Einzelhandel besser abschneiden, sagte Genth. Eine konkrete Prognose wagte der HDE aber nicht. Unsicherheit herrscht beim Verband zudem angesichts der festgefahrenen Tarifrunde 2007. Der Verband sei zu weiteren Gesprächen mit Verdi bereit, doch gebe es „nichts zu verteilen“.

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