Herbst-Umfrage des DIHK
Die konjunkturelle Euphorie ist vorbei

Der Euphorie folgt Ernüchterung: Die deutschen Unternehmen beurteilen ihre Geschäftsaussichten so skeptisch wie seit einem Jahr nicht mehr. 2008 wird zur Bewährungsprobe für den Aufschwung, heißt es in der Herbstumfrage des DIHK. Auch die aufgezogenen Konjunkturwolken für das Exportgeschäft verdichten sich. Die wachsende Skepsis sollen auch die Arbeitnehmer bald zu spüren bekommen.

HB BERLIN. Nur noch 28 Prozent von 25 000 befragten Firmen bezeichneten ihre Erwartungen als gut, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu seiner Herbstumfrage mitteilte. Im Frühsommer hatte noch mehr als jedes dritte Unternehmen die Erwartungen als gut bezeichnet. „Damit ist die konjunkturelle Euphorie erst einmal vorbei“, hieß es.

Der Aufschwung werde sich 2008 fortsetzen, aber an Kraft verlieren. Der DIHK rechnet mit einem Wachstum von zwei Prozent. Für 2007 schraubte er seine Prognose von 2,8 auf 2,5 Prozent nach unten, nachdem die Firmen ihre Lage zum zweiten Mal in Folge etwas negativer beurteilten.

Wegen der schlechteren Aussichten wollen die Firmen 2008 nicht mehr so viele Arbeitsplätze schaffen wie in diesem Jahr. „Offenkundig verlieren einige Unternehmen Vertrauen in die andauernde Tragfähigkeit des Aufschwungs und verhalten sich deshalb vorsichtiger beim Personalaufbau“, schrieb der DIHK. 22 Prozent wollen zusätzliche Jobs schaffen, 13 Prozent wollen Stellen streichen. Der DIHK sagt für 2008 nur noch einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 300 000 voraus. 2007 wird mit einem Minus von 700 000 gerechnet.

Stützen des Aufschwungs bleiben Exporte und Investitionen. 45 Prozent der Exporteure rechnen mit besseren Geschäften im Ausland, vor allem wegen der hohen Nachfrage aus den Ländern wie Russland, China und Indien. Die Zuwächse dürften wegen des starken Euro und der Turbulenzen an den Finanzmärkten aber nicht mehr so kräftig ausfallen wie in diesem Jahr. „Die Exporte verlieren im nächsten Jahr etwas an Schub“, erwartet der DIHK.

Der starke Euro werde für Firmen, die ihr Exportgeschäft vor allem im Dollar-Raum abwickeln, zunehmend zum Wettbewerbsnachteil. Insgesamt sei die Exportbranche aber - vor allem wegen ihrer breit gefächerten Handelsbeziehungen auch nach Asien - „gut gewappnet, den Anstieg des Euro zu schultern“. Die Gemeinschaftswährung hatte zuletzt die Rekordmarke von knapp 1,43 Dollar erreicht.

Die Bereitschaft zu Investitionen nahm erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder ab. Als Grund dafür nannte der DIHK die im Januar in Kraft tretende Reform der Unternehmenssteuer, wegen der viele Ausgaben auf dieses Jahr vorgezogen worden seien. Auch gebe es Unsicherheit über die Folgen der Finanzmarktkrise. „Insgesamt steht der Investitionsaufschwung aber auch im Jahr 2008 weiterhin auf einem breiten Fundament“, hieß es. Beim Konsum geht der DIHK von einer Belebung aus, die vor allem auf der steigenden Beschäftigung fußt.

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