Herbstgutachten Wirtschaftsforscher lehnen Mindestlohn ab

In ihrem neuen Herbstgutachten geben die fünf führenden Wirtschaftsinstitute einer neuen Regierung klare Handlungsempfehlungen. Höhere Steuern und ein flächendeckender Mindestlohn seien Gift für die Konjunktur.
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Herr Rürup, brauchen wir einen Mindestlohn?

Herr Rürup, brauchen wir einen Mindestlohn?

BerlinDie fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung einen neuen Aufschwung prognostiziert. Den Zuwachs von 1,8 Prozent im Jahr 2014 gibt es aber nur, so warnen die Wirtschaftsforscher, wenn die neue Regierung Pläne für höhere Steuern und einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn nicht umsetzt.

Das sind die zentralen Aussagen der Gemeinschaftsdiagnose, die am Donnerstag offiziell vorgestellt wird und dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) bereits komplett vorliegt. In dem Papier mit dem Titel „Konjunktur zieht an – Haushaltsüberschüsse sinnvoll nutzen“ erwarten die Experten für 2013 kurzfristig wegen des schwachen Jahresstarts ein Wachstum nur von 0,4 Prozent. Für 2014 prognostizieren sie aber bereits wieder 1,8 Prozent.

Laut dem Gutachten wird der Staatshaushalt in den nächsten Jahren weiter einen Überschuss aufweisen. „Die Finanzpolitik war in den vergangen Jahren bestrebt, den Staatshaushalt zu konsolidieren und hat damit eine günstige Ausgangslage geschaffen“, schreiben die Forscher. Bleibe die Politik auf diesem Kurs, werde es einen strukturellen Überschuss im Jahr 2018 von 33 Milliarden Euro, insgesamt sogar von 53 Milliarden geben.

„Dieser Betrag steckt den budgetären Spielraum ab, innerhalb dessen die Finanzpolitik agieren kann, ohne die Steuern zu erhöhen“, schreiben die Experten. Die Politik solle diesen Überschuss sinnvoll nutzen: Vordringlich fordern die Institute den Abbau der kalten Progression, als auch investive Ausgaben, um die Bereiche Infrastruktur, Forschung und Bildung zu finanzieren.

Die Experten erteilen auch einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn eine Absage. „Dieser hätte wahrscheinlich deutlich negativere Auswirkungen für den Arbeitsmarkt als die bisherigen Branchenverträge. So verdient in Ostdeutschland rund ein Viertel aller Arbeitnehmer weniger als den von manchen geforderten Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde“, schreiben die Experten. Bei Einführung eines Mindestlohns könne es dort zu einem beträchtlichen Abbau von Arbeitsplätzen kommen, heißt es im Gutachten.

  • sig
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64 Kommentare zu "Herbstgutachten: Wirtschaftsforscher lehnen Mindestlohn ab"

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  • Nein, Sie Kenner der Sozialen Marktwirtschaft (SM), das ist in der SM überhaupt nicht vorgesehen: Eine Vollzeitarbeit mit garantierter Bezahlung in Höhe eines akzeptablen Lebensstandards.

    Woher haben Sie diesen Unsinn? Ludwig Erhard würde vor Lachen sterben, wenn er nicht schon tot wäre. Lesen Sie einmal etwas von ihm oder von Eucken, Röpcke und Müller-Armack.

    Preisbildung für Arbeitsleistung auf dem Arbeitsmarkt funktioniert in der SM nach Angebot und Nachfrage mit Verhandlungen der Marktteilnehmer; aber nicht in einer einseitigen staatlichen Festlegung wie in der DDR.

  • Wenn alle Unternehmer ihren Arbeitern u. Angestellten faire Löhne zahlen würden, bräuchten wir keinen Mindestlohn.

    Es ist eine Frage der Menschenwürde, daß man auch von seinem Lohn ohne zusätzliche staatliche Unterstützung leben kann.

    Außerdem verkauft die Firma auch mehr ihrer Produkte im Inland, durch die nun höhere Kaufkraft.

    Die Wirtschaft ist stabiler,wenn es hohe Exportquote UND
    entsprechenden Innlandskonsum gibt.

    Niedriglohnpolitik ergibt wegen fehlendem Anreizes einen
    Innovationsstillstand.

    Es ist seit Jahrhunderten der ewige Streit um die Verteilung des erwirtschafteten Geldes, dabei sitzen wir alle im gleichen Boot.

    Der Wohlstand wird gesichert durch sparsame und sinnvolle
    Verwendung der Steuergelder. Durch eine schlanke Verwaltung.
    Durch möglichst viel Forschung u. Entwicklung bzw Grundlagenforschung
    Durch Ermittlung der Steuersünder
    Durch einen besseren Schutz unseres Know Hows gegen Diebstahl zb durch China
    Durch konsquente Maßnahmen bis hin zum Wirtschaftskrieg gegen subventionierte Dumpingpreise ganzer chin. Wirtschaftszweige
    Durch besseren Schutz gegen Hackerangriffe auf Firmen
    Durch eine Begrenzung auf 49,9% Kaufmöglichkeit europ. Firmenaneile durch zb. China.

  • Die Schweiz ist eine Monoindustrie. Wissen sie, wie viele Arbeitsplätze wegfielen, wenn Deutschland nur die wenigen Industrien hätte wie die Schweiz? Ähnliches gilt für Luxemburg und Lichtenstein.
    Die Schweiz hält dem Vergleich nicht stand.

  • "tja, wenn sie eine Neuauflage der DDR möchten - gründen Sie doch eine."

    Wenn ich richtig informiert bin, gabs auch dort keine Mindestlöhne, sondern Vorgaben für die Produktionshöhe und Produktionsmenge.
    Aber wenn ich schon was gründen würde, vielleicht ein neues Amerika, aber verflixt, sogar die Amis haben Mindestlöhne.
    Indem Sie diese Diskussion auf politische Systeme reduzieren, kommen Sie trotzdem nicht an der Tatsache vorbei, das wir mittels der staatlichen Subventionen für Mini- und Dumpinglöhner schon sowas wie DDR-Strukturen haben.
    Auch dort wurde der Grundbedarf subventioniert.
    Es geht hierbei um den Grundbedarf, den sich Arbeitnehmer nicht mehr erarbeiten können, und zwar fast 20% aller Arbeitnehmer, zuzüglich derjenigen die sowieso "durchs Raster" fallen.
    Das ist keine Systemfrage, sondern eine Steuerungsfrage die einem Staat so oder so zufällt.
    In dem man Sklaven- und Menschenhandel unterbindet, und sich nicht zu blöde ist, seine Dienstleister ordentlich zu bezahlen.
    Sowas nennt man soziale Marktwirtschaft wenn Menschen auch von ihrer Arbeit leben können ohne sich als Bettler an einen Staatsschalter stellen zu müssen, Sie DDR-Kenner.

  • tja, wenn sie eine Neuauflage der DDR möchten - gründen Sie doch eine.

  • Kein Mindestlohn = Subvention der Industrie!
    Bei einem Überangebot von Arbeitskraft - und das haben wir durch Automation und Industrieroboter, werden unterbezahlte Tätigkeiten durch Harz4 - Aufstockung subventioniert. Das nutzt ausschließlich dem Arbeitgeber und ist eine Verzerrung des Marktes!

  • Es ist schon immer so gewesen:
    Die es nicht betrifft, die schrein am lautesten.
    Die Firmen, die Ihre Mitarbeiter nicht anständig bezahlen, haben hier nichts verloren. Raus aus unserem Deutschland


  • Trigema produziert in Deutschland, mit niedriger Gewinnmarche könnte auch eine Schuhindustrie existeren.
    Alles eine Frage von Gier und Zwischenhandelsgewinnen.

  • Schweiz

  • "Mit Mindestlöhnen verkommen Volkswirtschaften zu Monoindustrien. Deutschland ist ein wirtschaftlich stabiles Land wegen der differenzierten Industrie- und Dinestleistungswirtschaft, die man nicht durch ideologischen Mindestlohn beschädigen darf."

    Industrie und MIndestlohn haben garnichts miteinander zu tun, in der Industrie werden sowieso weit höhere Löhne gezahlt.
    Bei einem MIndestlohn kann es nur um eines gehen, keine Subventionen durch Steuern für Dumpinglöhne und Sklavenhalter. Gleichzeitig müssen die 400 Euro Jobs und die menschenunwürdigen Werkverträge weg.
    Wer seiner Putzfrau oder einer Altenpflegerin nicht mal 8,50 gönnen kann, soll seinen Stall selber putzen, seinen Spargel selber stechen, sich eine 10€ Haarschneidemaschine kaufen, und die Oma zu Hause alleine pflegen. Wer BMW fahren muss, in dessen Fabriken solche Sklaven beschäftigt werden, kann ja wohl auch für die Pflege der Mutter ordentlich bezahlen.
    Mindestlohn kann keine Parteiideologie sein, er ist ein Beitrag zur Menschenwürde. Auch für diejenigen die Menschen aus dem ehemaligen Ostblock importieren um die Felder, trotz Millarden an Agrar-Subventionen, bestellen zu lassen.

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