Herbstgutachten zur Konjunktur
Wie wird 2013?

Geht es nur noch bergab? Im Herbstgutachten rechnen die Institute für 2013 allenfalls mit einem Mini-Wachstum. Zu den Risikofaktoren gehört nicht nur die Euro-Krise. Doch es könnte auch eine Überraschung geben.
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DüsseldorfSelten hat die deutsche Wirtschaft ein solches Auf- und Ab durchgemacht wie in den vergangenen Jahren. Dem historischen Einbruch von 5,1 Prozent während der Finanzkrise 2009 folgten zwei fette Jahre mit Wachstumsraten von 3,7 und 3 Prozent. Seither kämpft die deutsche Wirtschaft gegen die Rezessionsgefahr. In ihrem heute vorgestellten Herbstgutachten rechnen die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für 2012 mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. 2013 soll das Wachstum auf ein Prozent steigen.

Damit gehören die Institute noch zu den Optimisten. Der Internationale Währungsfonds erwartet ein Wachstum von 0,9 Prozent. Die Ökonomen von der Commerzbank gehen sogar nur von einem Wachstum von 0,5 Prozent aus.

Solange der Weg Griechenlands, Spaniens und auch Italiens nicht klar sei, „schlummert der nächste Boom noch,“ sagt Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf. Sie erwartet, dass Spanien einen Hilfsantrag stellen wird. Danach werde die Debatte um die Auflagen für die Hilfen aber vermutlich noch einmal hochkochen. Die Ankündigung allein reiche nicht aus, damit wieder mehr Investitionen getätigt würden.

Für den weiteren Jahresverlauf seien die Perspektiven aber besser. „Die Wirtschaft ist wie ein Auto, das mit laufendem Motor und angezogener Handbremse darauf wartet, endlich durchzustarten“, sagt Rondorf. „Wir warten nur darauf, wann sich die Bremse endlich lösen wird.“

Auch die deutschen Forschungsinstitute sehen die kommenden Monate kritisch. Zurückgehende Auftragseingänge und pessimistischen Erwartungen der Unternehmen würden darauf hindeuten, dass sich das Wachstum zum Jahresende 2012 abschwäche. Bislang schlage sich die Zurückhaltung der Unternehmen schon in geringeren Ausrüstungsinvestitionen nieder.

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