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Notenbanken kündigen weitere Dollar-Geldspritzen an

Die Europäische Zentralbank (EZB) will gemeinsam mit anderen wichtigen Notenbanken den Geldmarkt mit Dollar-Beträgen in unbegrenzter Höhe fluten. Die Notenbanken vereinbarten am Montag Dollar-Auktionen zu festen Zinssätzen und mit voller Zuteilung.

HB FRANKFURT. Ab diesem Mittwoch würden Geschäftsbanken und Sparkassen regelmäßige Dollar-Kredite mit einer Laufzeit von sieben, 28 und 84 Tagen zu einem vorher festgelegten Zinssatz angeboten, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. „Die Zentralbanken werden weiter zusammenarbeiten und sind bereit, alle notwendigen Maßnahmen zu unternehmen, um die Märkte mit kurzfristiger Liquidität zu versorgen.“ Die Aktion sei mit der US-Notenbank, der Bank of Japan, der Bank of England und der Schweizer Notenbank abgestimmt.

Seit Ausbruch der Finanzkrise vor mehr als einem Jahr pumpen die Notenbanken immer wieder Milliardenbeträge in den Geldmarkt. Dieser Markt droht ohne die Finanzspritzen auszutrocknen, weil sich die Banken gegenseitig misstrauen und untereinander kein Geld mehr leihen. Zuletzt hatte sich die Krise nach einer ganzen Reihe von Bankpleiten immer mehr zugespitzt. In den vergangenen Tagen waren auch die Aktienmärkte global unter massiven Druck geraten.

Die EZB hatte deshalb vergangene Woche bereits angekündigt den Banken ab dieser Woche unbegrenzt Euro-Liquidität zur Verfügung zu stellen. Die Kreditinstitute können sich - vorerst zeitlich begrenzt bis Januar - beim turnusgemäßen wöchentlichen Refinanzierungsgeschäft mit der Notenbank soviel Geld zum Festzins von 3,75 Prozent besorgen wie sie brauchen.

Die Ankündigung weiterer Geldspritzen kommt einen Tag nachdem sich die 15 Länder der Euro-Zone in Paris auf einen Maßnahmenplan gegen die Finanzkrise verständigt hatten. Zuvor hatten sich Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen in Washington auf Eckpunkte einer globalen Antwort auf die Krise verständigt.

Am Montagmorgen mussten am Interbankenmarkt für Dollar zwischen sechs und sieben Prozent Zinsen gezahlt werden. Das ist rund vier Mal höher als der Zielsatz der US-Notenbank für solche Geschäfte. Er liegt seit vergangener Woche bei 1,5 Prozent, nachdem sich führende Notenbanken zur Wochenmitte zu einem historischen Schritt entschlossen und die Leitzinsen gemeinsam gesenkt hatten. Vor dem Wochenende war der Zins für Ausleihungen in Dollar am Interbankenmarkt in Reaktion auf die Zinssenkung noch deutlich zurückgegangen.

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