Historischer Tiefstand
US-Leitzins nach wie vor unverändert

Im Westen nichts Neues: Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch den Leitzins wie erwartet zwischen Null und 0,25 belassen. Damit ist der Zins seit Dezember 2008 unverändert niedrig. Das Institut bekräftigte, dass sich dies in absehbarer Zukunft auch nicht ändern werde.
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HB WASHINGTON. Trotz deutlicher Anzeichen für eine Konjunkturerholung sieht die US-Notenbank keinen Anlass für eine Erhöhung der Zinsen. Die Federal Reserve bestätigte am Mittwoch abermals das historische Zinstief in der Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Zugleich machte der Offenmarktausschuss deutlich, dass die Verfassung der Wirtschaft voraussichtlich „für einen längeren Zeitraum“ Anlass gebe, den Zins auf „außergewöhnlich niedrigem Niveau“ zu belassen.

Ökonomen deuten diese seit einiger Zeit verwendete Wortwahl so, dass der Leitzins mindestens weitere sechs Monate beibehalten wird. Experten rechnen nicht damit, dass die Federal Reserve vor der zweiten Hälfte nächsten Jahres an der Zinsschraube dreht. Als Reaktion auf die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten hatte die Fed im Dezember 2008 den beispiellosen Niedrigzins festgelegt.

Im Unterschied zu ihrem vorangegangenen Statement vom 4. November stellt die Fed fest, dass sich die Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt anscheinend verlangsame. Die Lage auf dem Immobilienmarkt habe sich zudem über die vergangenen Monate aufgehellt, die Verbraucherausgaben „steigen in moderatem Tempo“. Die Lage auf den Finanzmärkten diene inzwischen zusehends dazu, das Wirtschaftswachstum zu unterstützen, teilte die Fed weiter mit.

Dennoch werde die Konjunktur wahrscheinlich „für einige Zeit schwach bleiben“, wiederholte die Notenbank ihre Einschätzung. Unternehmen seien bei Neueinstellungen weiter zurückhaltend.

Gleichzeitig bleibt die US-Inflation angesichts hoher Arbeitslosigkeit und einer erst angelaufenen Konjunkturerholung im Rahmen. Die Verbraucherpreise stiegen im November verglichen zum Vormonat saisonbereinigt um 0,4 Prozent, wie das US- Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten einen entsprechenden Wert erwartet. Auf Jahresbasis kletterten die Preise allerdings um 1,8 Prozent, der erste positive Wert über einen Zeitraum von zwölf Monaten seit Februar dieses Jahres.

Die Commerzbank erwartet eine Leitzinserhöhung in den USA weiterhin nicht vor Herbst 2010. Die Aussagen der US-Notenbank nach der Zinsentscheidung zeigten, dass die US-Wirtschaft weiterhin die Unterstützung der Geld- und Fiskalpolitik braucht, schreibt Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. „Da die Krise an den Finanzmärkten ihren Höhepunkt überschritten hat, kann die Fed ihre Aufmerksamkeit verstärkt der Gesamtwirtschaft zuwenden.“

Die Experten der UniCredit teilen diese Meinung: Eerst im September 2010 würde der Leitzins wieder angehoben. Dann sollte die Arbeitslosenquote wieder zurückgehen, begründete das Institut diese Einschätzung. Zudem werde dann das Wirtschaftswachstum wieder mehr durch den Konsum und die Investitionen gestützt und nicht nur durch Staatsausgaben.

Notenbankchef Ben Bernanke hatte unlängst ungenutzte Produktionskapazität, die hohe Arbeitslosigkeit und stabile Inflationserwartungen als wichtigste Faktoren für einen geringen Preisauftrieb auch in der nahen Zukunft benannt. Eine zahme Inflation erlaubt es des Zentralbank, die Zinsen niedrig zu lassen - wichtig für die noch junge Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft.

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