Hochpunkt überschritten
Euro-Inflation schwächt sich ab

Wegen günstigerer Energiepreise hat sich die Inflation in der Euro-Zone wie erwartet abgeschwächt. Die Verbraucherpreise kletterten im September zwar durchschnittlich um 3,6 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Europäische Statistikamt (Eurostat) am Dienstag auf Basis einer ersten Schätzung mitteilte.

HB BRÜSSEL. Damit sank die Teuerung aber weiter: Im Juli hatte sie noch auf dem Rekordhoch von 4,0 Prozent gelegen und im August bei 3,8 Prozent. "Die Daten bestätigen, dass die Inflation den Hochpunkt überschritten hat", sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil. Er sieht wie viele andere Fachleute nun Spielraum für die EZB-Notenbanker, ihren Leitzins für die Euro-Zone Anfang 2009 zu senken. Obwohl die Inflation auf dem Rückzug ist, liegt sie noch deutlich über dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Niveau: Nur bei Raten von knapp unter zwei Prozent sieht die EZB ihr wichtigstes Ziel - die Gewährleistung stabiler Preise - erreicht. Noch im Juli hatten die Währungshüter wegen der Rekordinflation den Leitzins auf 4,25 Prozent erhöht. Seitdem hat aber die Finanzkrise die wirtschaftliche Abschwächung verschärft. Deshalb gehen alle 81 von Reuters befragten Volkswirte davon aus, dass die EZB bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Zinsen unverändert lässt.

Bisher hatte die EZB immer wieder vor den Risiken steigender Inflation und einer Lohn-Preisspirale gewarnt. Gilles Moec von der Bank of Amerika geht nicht davon aus, dass die EZB ihre Rhetorik nun dramatisch ändert, "obwohl wir jetzt eine allmähliche Bestätigung erwarten, dass die Inflation nachlässt". Vor dem Hintergrund der Finanzkrise stellt sich für Martin van Vliet von der ING-Bank die Frage, ob die Inflation derzeit wirklich noch die größte Sorge der EZB sein sollte. Der Vertrauensverlust der Banken untereinander hatte dazu geführt, dass sie sich kaum noch Geld leihen. Deshalb hatten mehrere Notenbanken, darunter die EZB, Milliardensummen in den Kreislauf gepumpt, um ein Austrocknen der Geldmärkte zu verhindern. Details zur Preisentwicklung im September nennt Eurostat erst bei Vorlage der endgültigen Zahlen am 15. Oktober. Auch in Deutschland hatte sich die Inflation im laufenden Monat abgeschwächt.

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