Höchste Arbeitslosenquote seit März 2004
US-Wirtschaft streicht weiter Jobs

Die US-Wirtschaft hat im Juli den siebten Monat in Folge Stellen gestrichen – und erreicht die höchste Arbeitslosenquote seit März 2004. Trotzdem zeigten sich Analysten erleichtert.

HB WASHINGTON. Insgesamt fielen 51 000 Jobs weg, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten sogar mit einem Rückgang um 75 000 gerechnet. Im Vormonat waren ebenfalls 51 000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft abgebaut worden.

Die Arbeitslosenquote stieg von 5,5 auf 5,7 Prozent. Das ist der höchste Stand seit vier Jahren.

Aus Analysten-Sicht fielen die Zahlen allerdings besser als erwartet aus. „Ich würde den Bericht als neutral beurteilen“, erklärte HSBC-Analyst Rainer Sartoris. „Aber da der Markt zur Zeit immer nach schlechten US-Daten sucht und dafür zuletzt nicht so richtig eine Bestätigung gefunden hat, profitiert der Dollar jetzt, und auch am Aktienmarkt wird es mit gewisser Erleichterung aufgenommen.“

Helaba-Analyst Ralf Umlauf erklärte: „Die Zinserhöhungserwartungen für die Fed dürften dadurch weder gedämpft noch angeheizt werden.“ Ein Händler in Frankfurt merkte an, damit bestehe für die Fed kein Druck für Zinserhöhungen, weil sie trotz besserer Daten auf die Arbeitslosenquote verweisen könne.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen.

US-Industrie stabil

Die US-Industrie hat sich im Juli indes unerwartet gut gehalten. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager sank lediglich auf 50,0 von 50,2 Punkten im Vormonat und deutete damit auf eine Stagnation hin, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Experten hatten dagegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 49,3 Punkte gerechnet. Ein Indexwert über 50 Punkten signalisiert Wachstum.

Das Barometer für die Neuaufträge fiel auf 45,0 von 49,6 Punkten. Der Beschäftigungsindex stieg auf 51,9 von 43,7 Zählern im Juni. Der Teilindex für die Kosten sank dagegen auf 88,5 von 91,5 Zählern.

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