Höchste Quote seit April 1994
US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Konjunkturhoffnungen

Überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten haben am Donnerstag die Hoffnungen auf eine rasche Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft gedämpft.

Reuters WASHINGTON. Die Arbeitslosenquote stieg deutlich auf den höchsten Stand seit mehr als neun Jahren. Auch mit dem weiteren Stellenabbau der Unternehmen hatte die Mehrheit der Experten nicht gerechnet. Analysten sprachen von durchweg enttäuschenden Zahlen, die für die weitere Entwicklung der Konsumausgaben nicht Gutes verhießen. Die Daten belasteten die Aktienkurse in den USA und Europa sowie den Dollar.

Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, erhöhte sich die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat auf 6,4 (Mai 6,1) Prozent. Das ist das höchste Niveau seit April 1994. Von Reuters befragte Analysten hatten die Quote mit lediglich 6,2 Prozent vorausgesagt. Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft sank im Vergleich zum Vormonat um 30 000. Analysten hatten demgegenüber einen unveränderten Stand prognostiziert. Nach revidierten Berechnungen des Ministeriums zeigte sich auch die Entwicklung im Mai schlechter als bislang gedacht. So fiel der Rückgang der Beschäftigtenzahl mit 70 000 deutlich stärker aus als zunächst mit 17 000 angegeben.

Auch die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fielen schwächer aus als erwartet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche auf 430.000 von 409.000 in der Vorwoche. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 410.000 Anträgen gerechnet.

Volkswirt Stuart Hoffman von PNC Financial Services bezeichnete die Arbeitsmarktdaten als sehr schwach. „Das zeigt, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr dürftig blieb und die Unternehmen entschlossen ihre Kostensenkungsprogramme vorangetrieben haben mit dem Ergebnis, dass die Belegschaften weiter verringert wurden.“ Analysten befürchten, dass eine weiterhin angespannte Lage am Arbeitsmarkt den Konsum dämpfen könnte, der bislang die schwache Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft etwas gestützt hatte. Die Konsumausgaben machen in den USA rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus.

Nach Veröffentlichung der Zahlen bauten die Terminkontrakte auf die maßgeblichen US-Aktienindizes ihre Kursverluste aus. Auch in Europa gaben die Aktienkurse nach. Der Dollar verlor zum Euro ebenfalls. Die Kurse der Staatsanleihen beiderseits des Atlantik legten dagegen zu.

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