Höchstwert bei Ausfuhren
Deutsche Wirtschaft bricht Exportrekord

Die Ausfuhren erreichen einen neuen Rekordwert: Noch nie haben deutsche Unternehmen so viele Waren exportiert wie im September. Besonders gefragt sind die Produkte in EU-Ländern ohne Euro.
  • 20

BerlinEin Exportrekord und eine steigende Produktion dämpfen die Sorge vor einer Rezession in Deutschland. Trotz vieler internationaler Krisen verkauften die Unternehmen im September Waren im Wert von 102,5 Milliarden Euro ins Ausland. Damit wurde der erst im Juli erreichte Höchstwert um 1,4 Milliarden Euro übertroffen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Gemessen am Vormonat stiegen die Exporte dabei um 5,5 Prozent - dreimal so stark wie erwartet.

Auch die Produktion erholte sich. Industrie, Bau- und Energiewirtschaft stellten im September zusammen 1,4 Prozent mehr her als im Vormonat. Hier hatten Ökonomen mit einem etwas stärkeren Zuwachs von 2,0 Prozent gerechnet. Allerdings fiel der Rückgang im August mit revidiert 3,1 (bisher: 4,0) Prozent auch geringer aus als zunächst gemeldet.

„Wir werden ein leichtes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal sehen“, sagte Unicredit-Ökonom Andreas Rees angesichts der besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten. „Es dürfte aber nur zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent reichen.“ Die Schwächephase dürfte sich im vierten Quartal fortsetzen. „Aber es wird keine schwere Rezession geben“, sagte Rees. „Es ist definitiv keine Rezession angesagt“, sagte auch Stefan Kipar von der BayernLB. „Wir werden aber auch keine große Dynamik sehen.“

Das sieht das Bundeswirtschaftsministerium ähnlich. Die Konjunktur werde durch das schwierige internationale Umfeld beeinträchtigt. „Nennenswerte Impulse zeichnen sich kurzfristig nicht ab“, erklärte das Ministerium. Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Folgt für Juli bis September das zweite Minus in Folge, wird von Rezession gesprochen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine erste Schätzung am 14. November.

Das starke Exportgeschäft verdanken die Unternehmen vor allem der anziehenden Nachfrage aus den EU-Ländern, die nicht zur Euro-Zone gehören - wozu etwa Polen und Großbritannien zählen. Die Ausfuhren dorthin kletterten um 13,8 Prozent im Vergleich zum September 2013, die in die Euro-Zone hingegen nur um 3,4 Prozent. Das Geschäft mit dem Rest der Welt zog um 10,5 Prozent an. Dazu dürfte vor allem der Aufschwung in den USA beigetragen haben.

Die Importe erhöhten sich im September um 5,4 Prozent zum Vormonat. Das spricht für eine robuste Binnennachfrage.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Höchstwert bei Ausfuhren: Deutsche Wirtschaft bricht Exportrekord"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Oliver Klima
    Sie posten ja ganze Romane. Bitte kurz u. präzise verfassen.
    Wo kommen wir sonst hin ... bei ihrer gähnenden Langatmigkeit?

  • Hallo Herr Bernd-Thomas, ich habe nie geschrieben, dass ich den aktuell niedrigen EURO-Kurs als Ursache sehen würde.

    Vor 14 Monaten war der EURO erst recht zu teuer für die Franzosen und andere EURO-Krisenstaaten, um vernünftig zu exportieren.

    Wir sind das einzige Land in der EU, dass in einer Langzeitbetrachung einen Reallohnverlust verzeichnet (Google: "reallöhne europa"). Alle anderen EU-Länder haben Reallohnzuwächse zu verzeichnen.

    Im letzten Jahr stieg der Reallohn in Deutschland dann wieder um 0,6 % (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36952/umfrage/entwicklung-der-realloehne-in-europa/).

    Nur leider wurde dann Ende 2013 und in diesem Jahr die Grundsteuer und die Grunderwerbssteuer drastisch erhöht. Damit sind die Reallohnzuwächse für Deutschland in 2014 sehr wahrscheinlich wieder weg.

    Auf Dauer kann das natürlich nicht funktionieren, wenn ein Staat in einer gemeinsamen Währung ständig die Löhne senkt (Deutschland).

    Und der Fehler liegt eindeutig bei Deutschland, weil sinkende Löhne eine Deflation zur Folge haben. Und wenn man sich die Statistik nochmals anschaut, dann sind wir voll in der Deflation angekommen.

    Zypern, Reallohnverlust in 2013 -8,5 %
    Griechenland, Reallohnverlust in 2013: -6,2 %
    usw.

    (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36952/umfrage/entwicklung-der-realloehne-in-europa/)

    Die Deflation ist damit existent. Und wenn Deutschland in Europa mit diesem Lohndumping nicht aufhört, dann werden die anderen EURO-Länder damit reagieren, die Löhne auch regelmäßig senken zu müssen.

    George Soros hat erkennbar recht damit, dass die Deflation momentan eines unserer großen Probleme ist.

    Und das ist der Grund, warum wir den "Gürtel immer enger schnallen müssen". Deflation hat die gleichen Konsequenzen wie eine Inflation.

    Deutsche haben panische Angst, dass etwas teurer wird. Wird etwas billiger, finden sie das gut, obwohl das genauso gefährlich ist.

    Die Löhne sollten steigen und nicht fallen, wenn man Exportweltmeister ist.

  • Irgendwie lustig wie hier teilweise argumentiert wird. Der aktuelle Kurs des €uro hat mit dem Exportrekord fast nichts zu tun. Die Bestellungen sind zu großen Teilen vor 12 bis 24 Monaten bei der deutschen Wirtschaft angekommen. Interessant ist aber, das trotz stark steigender Exporte, das immer mehr Leute den "Gürtel enger schnallen" müssen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%