Höhere Nachfrage im Ausland
Riesen-Auftragsplus für Industrie

Deutsche Maschinen und Fahrzeuge waren im Juli gefragt wie lange nicht mehr: Die Industrie verbuchte fast fünf Prozent mehr Aufträge – vor allem aus Nicht-EU-Ländern. Experten sehen die Erholung mit großer Erleichterung.
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BerlinDer kräftigste Anstieg der Industrieaufträge seit mehr als einem Jahr dämpft die Sorge vor einer Rezession in Deutschland. Die Bestellungen zogen im Juli um 4,6 Prozent zum Vormonat an, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Das ist mehr als dreimal so stark wie von Ökonomen vorhergesagt und der stärkste Zuwachs bei den Auftragseingängen seit mehr als einem Jahr. Zudem fiel der Rückgang im Juni mit revidiert 2,7 Prozent schwächer aus als zunächst mit 3,2 Prozent gemeldet.

„Nach der Verunsicherung der Wirtschaft durch die geopolitischen Entwicklungen und der konjunkturellen Abschwächung im zweiten Quartal liefert der kräftige Anstieg der Bestelltätigkeit ein ermutigendes Signal für die Industriekonjunktur“, erklärte das Ministerium. Im Frühjahr war das Bruttoinlandsprodukt überraschend um 0,2 Prozent und damit erstmals seit gut einem Jahr geschrumpft. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von einer Rezession gesprochen.

„Endlich Zeichen der Belebung“, sagt Carsten Brzeski, Chefökonom der ING-Diba. „Vor der heutigen EZB-Sitzung sollten die deutschen Auftragsdaten für eine gewisse Erleichterung sorgen, dass nicht alles in Finsternis versinkt und nach unten geht.“ Allerdings zeige der nur marginale Anstieg der Bestellungen aus den anderen Euro-Ländern, dass die Risiken für Deutschland mehr aus der schwachen Nachfrage aus der Euro-Zone kämen und weniger aus den geopolitischen Spannungen.

Christian Schulz von der Berenbergbank in Hamburg bewertet diesen Umstand ein wenig optimistischer. Auch er sieht die Belebung als Lichtblick: „Vor allem, weil die Aufträge außerhalb der Euro-Zone sehr kräftig gestiegen sind“, so der Analyst. Hieran lasse sich ablesen, dass die Russland-Sanktionen keinen großen Effekt haben. Schulz sagt: „Die Russland-Krise überschattet zwar vieles im Moment, Aber das tatsächliche Geschäft der Unternehmen leidet gar nicht so stark darunter. Dafür gibt es viel Unsicherheit, die sich aber erst verflüchtigen wird, wenn sich die Lage in der Ukraine nachhaltig beruhigt.“

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt aber vor übertriebenem Optimismus. „Wir sollten den Tag nicht vor dem Abend loben“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann. „Die Auswirkungen der Russland-Sanktionen werden erst aus den Zahlen der Folgemonate ersichtlich.“ Diese Strafmaßnahmen waren erst im Juli verschärft worden.

Für die kräftige Erholung zu Beginn der zweiten Jahreshälfte sorgten in erster Linie außergewöhnlich viele Großaufträge, vor allem für den mit mehreren Werken in Deutschland vertretenen Flugzeugbauer Airbus, der von der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough profitierte. „Aber auch unter Herausrechnung der Großaufträge entwickelte sich die Bestelltätigkeit in den letzten beiden Monaten erfreulich positiv“, so das Ministerium. Die Nachfrage aus dem Ausland zog im Juli um 6,9 Prozent an, was vor allem steigenden Bestellungen aus den nicht zur Euro-Zone gehörenden Ländern zu verdanken ist. Die Inlandsaufträge wuchsen um 1,7 Prozent.

Besonders deutlich kletterte die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen. Hier gab es ein Plus von 8,5 Prozent. Die Nachfrage nach Konsumgütern schrumpfte dagegen um 2,9 Prozent, die nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien legte leicht um 0,3 Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • groß angelegte aktion der massenverdummung...sorry für jene welche daraus hoffnung schöpfen möchten...aber...man süricht leider nicht die wahrheit :-)

  • Übrigens sollten Sie ihre Thesen auch belegen.
    Laut Statistischen Bundesamt gab es erstmalig eine Änderungen der Exportverteilung zu Beginn der Finanzkrise. Vorher war der Markt konstant wie man hier gut sehen kann http://www.welt.de/wirtschaft/article113496040/DWO-Export-jpg.html .

  • Herr Carsten Kanter,
    mir scheint Sie ignorieren die Fakten.
    Globalisierungsprozesse und das starkes Wirtschaftswachstum in Asien sind wesentlich plausiblere Fakten für die Verschiebung der Exportmärkte. Die Erde hätte sich auch ohne Einführung des Euros weiter gedreht und China wäre trotzdem zu einer Wirtschaftsmacht geworden. Italien, Frankreich, Spanien wären wohl heute ohne Euro heute gar kein Exportmarkt mehr.

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