Höhere Risiken für deutsche Konjunktur
Schwacher Ifo-Index nährt Hoffnung auf Zinssenkung

Die Spekulationen über eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter verstärkt. Grund ist der schwächere Ifo-Index.

HB FRANKFURT. Allerdings sei es bei der EZB-Ratssitzung am kommenden Donnerstag für einen solchen Schritt noch zu früh, sagten zahlreiche Beobachter. Verstärkt worden sind die Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung auch durch die Aussagen von EZB-Direktoriumsmitglied Getrude Tumpel-Gugerell. Die Österreicherin sagte bei einer Veranstaltung in Wien, sollte es sich als notwendig erweisen, werde die EZB noch einmal die Leitzinsen senken.

Zuvor hatte das Münchener ifo Institut für Wirtschaftsforschung einen Rückgang seines Geschäftsklimaindex auf 95,4 Punkte von zuvor 96,4 gemeldet. ifo-Präsident Hans-Werner Sinn verwies dabei auf die deutlich eingetrübten Geschäftserwartungen und sagte, bedenklich sei aber vor allem auch die erste Verschlechterung der gegenwärtigen Geschäftslage seit sechs Monaten.

Eine gesonderte Auswertung der Industriemeldungen, die vor und nach den Ereignissen in Madrid eingingen, erbrachten nach Aussage von Sinn keine signifikanten Unterschiede. Die im März eingetretene Verschlechterung des Geschäftsklimas könne deshalb nicht als eine vorübergehende Sonderbewegung abgetan werden, betonte der ifo-Präsident. „Die Konjunkturentwicklung krankt nach wie vor an einer schwachen Inlandsnachfrage, die Sorgen über den weiteren Konjunkturverlauf haben sich verstärkt“, erklärte Sinn. Vor dem Hintergrund des eingetrübten Geschäftsklimas rief der ifo-Präsident die EZB zu einer Zinssenkung auf.

Der Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, bezeichnete den Rückgang des ifo-Index als „noch nicht bedenklich“. Die dort zu beobachtende negative Entwicklung müsse sich erst noch weiter fortsetzen, um Besorgnis erregend zu sein, sagte Zimmermann in Berlin. Für die deutsche Konjunktur räumte er Risiken ein, die unter anderem in der Unsicherheit über die Entwicklung der US-Wirtschaft, dem sich „zu kräftig“ entwickelnden Ölpreis, sowie dem Euro-Kurs lägen.

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