Höherer Investionen geplant
Amerikaner applaudieren Standort D

Politik und Wirtschaftsforscher sind sich einig: Deutschland ist im Aufwind. Der Optimismus spiegelt sich in fast allen aktuellen Umfragen und Studien wider. Hinzu kommt jetzt ein großes Lob der ausländischen Investoren. Für amerikanische Unternehmen ist die Bundesrepublik in Europa in vielen Bereichen Spitze. Nur eine Eigenschaft vermissen sie schmerzlich.

co DÜSSELDORF. Der Standort Deutschland ist für die Mehrheit der hierzulande aktiven US-Unternehmen attraktiver geworden. Das ergab der neue „Business Barometer“ der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham). Der Optimismus schlägt sich vor allem in den Umsatzerwartungen nieder.

80 Prozent der von der Boston Consulting Group (BCG) 180 befragten Investoren erwarten in diesem Jahr trotz Mehrwertsteuererhöhung Zuwächse, 57 Prozent wollen ihre Investitionen weiter erhöhen. „Deutschland hat in den letzten Jahren für US-Investoren kontinuierlich an Attraktivität gewonnen“, sagte AmCham-Präsident Fred Irwin.

Deutschland ist mit 130 Milliarden Euro Investitionen ein Schwerpunkt der US-Investitio­nen in Europa. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionen in Deutschland erhöht haben, stieg von 2005 auf 2006 von 32 auf 56 Prozent. Es sei außerdem zu erwarten, dass die Zahl der dirketen Arbeitsplätze bei US-Firmen in Deutschland von derzeit 800 000 in diesem Jahr weiter zunehme.

Waren zu Beginn des Jahres 2006 nur 31 Prozent der US-Unternehmen davon ausgegangen, dass sie neue Mitarbeiter einstellen würden, hatten am Jahresende deutlich mehr, nämlich 45 Prozent, tatsächlich neue Stellen geschaffen. Noch positiver sind die Einstellungsziele für 2007: Weitaus mehr US-Unter­nehmen wollen Mitarbeiter anheuern als Personal reduzieren. „Die Pessimismusspirale ist gestoppt. Stattdessen verstärken das reale Wachstum und das neu gewonnene Vertrauen in den Standort einander gegenseitig“, sagte BCG-Geschäfts­führer Martin Koehler.

Auch beim Thema Verlagerungen gibt es erfreuliche Nachrichten für Deutschland. Osteuropa ist im europäi­schen Vergleich für US-Unternehmen zwar der mit Abstand attraktivste Investitionsstandort, aber „neue Forschungszentren in Rumänien oder der Fabrikausbau in Tschechien gehen nicht automatisch zulasten Deutsch­lands.“ Gerade in der Produktion habe sich der Trend bei Abbau und Verlagerung verlang­samt. 2006 planten noch 24 Prozent einen Abbau der Produktion in Deutschland, 2007 sind es nur noch 16 Prozent. Jeder fünfte US-Inves­tor wolle seine Produktionskapazitäten sogar ausbauen.

Allerdings: Auch vermehrt bei Forschung und Entwicklung steht der Standort im harten internationalen Wettbewerb. „Die deutsche Arbeitsgesetzgebung ist das Sorgenkind der US-Investoren“, sagte Irwin. „Fast jeder dritte fordert einen flexibleren Arbeitsmarkt, um besser auf kurzfristige Nachfragespitzen reagieren zu können.“ Niedrigere Personalkosten sind dagegen nur für 27 Prozent und damit im Vergleich zum Vorjahr für weniger US-Unternehmen ein drängendes Thema bei der Standort­verbesserung.

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