Hoffnung auf neue Regierung: Italien erwartet härtere Rezession

Hoffnung auf neue Regierung
Italien erwartet härtere Rezession

Für Italiens Chefstatistiker sind die Prognosen über den Rückgang des Wachstums um 1,3 Prozent zu optimistisch – Giovannini rechnet mit einer härteren Rezession. Aus dem politischen Lager kommen jedoch gute Nachrichten.
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RomDie italienische Wirtschaft könnte nach Ansicht des Chefs des nationalen Statistikamtes noch stärker schrumpfen als von der Regierung erwartet. Selbst die neue Schätzung eines Rückgangs um 1,3 Prozent in diesem Jahr sei möglicherweise zu optimistisch, sagte Statistikchef Enrico Giovannini am Donnerstag im Parlament.

Denkbar sei, dass es erst im letzten Quartal dieses Jahres oder Anfang 2014 zu einer Erholung komme. Die amtierende Regierung von Ministerpräsident Mario Monti hatte erst vor kurzem die Prognose von minus 0,2 Prozent auf minus 1,3 Prozent gesenkt.

Ähnlich wie der Statistikchef äußerte sich auch die Notenbank. Italien brauche eine effektive und glaubwürdige Wirtschaftspolitik, um die Rezessionsspirale zu durchbrechen, sagte ein Vertreter der Zentralbank. Nach der Parlamentswahl vor einem Monat herrscht in Italien ein politisches Patt, aus dem sich bislang kein Ausweg abzeichnet. Keines der politischen Lager bringt derzeit eine regierungsfähige Mehrheit zustande.

Allerdings will der italienische Mitte-Links-Chef Bersani Präsident Giorgio Napolitano am Donnerstagabend über das Ergebnis seiner Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung informieren. Beobachter rechnen nicht damit, dass es Bersani gelungen ist, eine Koalition zu schmieden.

Bersani schloss bislang eine gemeinsame Regierung mit dem von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi angeführten Mitte-Rechts-Bündnis aus. Die Protestbewegung Fünf Sterne von Beppe Grillo wiederum erteilte Bersanis Avancen eine Absage.

Die italienische Wirtschaft befindet sich seit Mitte 2011 in der Rezession. Es ist die längste Schwächephase sei 20 Jahren. Die Ratingagentur Fitch geht 2013 von einem BIP-Rückgang um 1,8 Prozent aus. Die Agentur hatte die italienische Kreditwürdigkeit in diesem Monat um eine Stufe herabgesetzt. Wirtschaftsminister Vittorio Grilli sagte am Donnerstag im Parlament, von einem bevorstehenden ähnlichen Schritt der Agentur Moody's habe er keine Kenntnis. In den vergangenen Tagen kursierten an den Finanzmärkten immer wieder solche Gerüchte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Meldung kann absolut niemanden überraschen. Zypern hat von Slowenien, Malta, Portugal und Irland nur abgelenkt. Italien wird das zweite Spanien. Die eurokritische Seite www.fortunanetz.de hat die Krisenmeldungen selbst dann verbreitet, als in den mainstream-medien Saure-Gurken-Zeit war, um die Beendigung der Krise vorztutäuschen. Sie schwelt unaufhaltsam weiter. Unterstützt von einem unsäglichen Politrux.

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