Hoffnung liegt auf Steuerreform
Optimismus bei den Dienstleistern nimmt zu

Die deutschen Dienstleister blicken trotz eines weiteren Geschäftsrückgangs im Juli so optimistisch in die Zukunft wie seit einem Jahr nicht mehr. Der Reuters-Service Index stieg auf 48,1 von 46,1 Punkten im Juni, wie am Dienstag das Forschungsinstitut NTC mitteilte, das den Index für Reuters erhebt.

Reuters BERLIN. Damit stieg das Branchen-Barometer auf den höchsten Stand seit einem Jahr und signalisiert wie schon im Vormonat eine Verlangsamung des Geschäftsrückgangs. Trotz der noch trüben aktuellen Geschäftsentwicklung wächst die Zuversicht in der Branche deutlich. Die Optimisten unter den rund 500 befragten Managern setzen dabei auf eine Konjunkturaufhellung, bessere Stimmung bei Verbrauchern und positive Effekte aus der Steuerreform. In der gesamten Euro-Zone stieg die Geschäftstätigkeit der Branche erstmals seit Jahresbeginn wieder an.

Die Erwartungen für die künftigen Geschäfte der deutschen Dienstleister verbesserten sich im Juli deutlich. „Sie stiegen auf den höchsten Wert seit Juli 2002, da die Zahl der Optimisten fast doppelt so hoch war wie die der Skeptiker“, erklärte NTC. Während nur jeder Sechste in den nächsten zwölf Monaten mit einem schlechteren Geschäft rechne, gehe fast jeder Dritte von einer Verbesserung aus. Für den erneuten Geschäftsrückgang im Juli machten die Branchen-Manager vorwiegend die von der flauen Binnenwirtschaft weiter geschwächte Nachfrage verantwortlich. Zudem hätten sich private wie öffentliche Auftraggeber mit Investitionen zurückgehalten. Bei den Neuaufträgen verlangsamte sich insgesamt aber der Rückgang deutlich. Die anhaltenden Auftragseinbußen führten wie in den vergangenen zwei Jahren zu Arbeitsplatzabbau. Der hohe Wettbewerb in der Branche ließ nach NTC-Angaben die Preise weiter fallen. Viele Unternehmen hätten darüber hinaus Rabatte angeboten, um das Neugeschäft anzukurbeln.

In der Euro-Zone verzeichnete die Branche indes seit Dezember erstmals wieder bessere Geschäfte - vor allem in Italien und Frankreich. Deutschland hinkt seinen europäischen Nachbarn damit weiter hinterher. Im Währungsgebiet stieg der Reuters-Service-Index auf 50,2 von 48,2 Punkten. Verglichen mit den Werten in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres lag der Index zwar nach wie vor auf niedrigem Niveau, aber knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Auch der Index der Geschäftserwartungen der rund 2000 befragten Führungskräfte stieg den zweiten Monat in Folge an und erreichte den höchsten Stand seit einem Jahr. Das Geschäft mit Neuaufträgen ging nur noch minimal zurück. Fast ungebremst setzte sich allerdings der Arbeitsplatzabbau fort, so dass der entsprechende Index nur knapp über dem Fünf-Jahres-Tief vom Januar lag.

Nach vier Monaten mit merklichen Geschäftsrückgängen stagnierte die private Wirtschaft der Euro-Zone im Juli wieder annähernd. Der Reuters-Composite-Index, der die Entwicklungen im Dienstleistungssektor und in der Industrie zusammenfasst, stieg auf 49,8 Zähler im Juli von 48,1 Punkten im Vormonat.

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