Hohe Arbeitslosigkeit hinterlässt Spuren in Konsumstimmung - Sparneigung sinkt
Verbraucher schrauben Erwartungen zurück

Ihre Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung haben die deutschen Verbraucher deutlich zurückgeschraubt. Die Erwartungen an die Entwicklung der Konjunktur und der persönlichen Einkommen sanken im März zum zweiten Mal in Folge, wie der GfK-Konsumklima-Index ergab.

HB NÜRNBERG. „Die hohe Arbeitslosigkeit hinterlässt nun auch beim Konsumklima ihre Spuren“, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch zu ihrer März-Umfrage. Dabei bewerteten die Befragten ihre künftigen Einkommen und die Konjunktur schlechter als im Vormonat. Einzig die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen blieb nahezu unverändert und sorgte so für eine leichte Verbesserung des Konsumklimas. „Die Lage beim Konsumklima ist labil geworden“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Gleichwohl warnten Analysten vor neuem Pessimismus.

Die GfK befragt monatlich rund 2000 Verbraucher zu ihren Erwartungen an ihre persönlichen Einkommen, die Konjunktur sowie zu ihrer Kaufbereitschaft und errechnet daraus das Konsumklima für den Folgemonat. Für April ermittelte die GfK einen Wert von 5,2 Punkten nach 4,9 Zählern im Vormonat.

GfK-Chef Klaus Wübbenhorst befürchtete in einem Interview mit Reuters-TV, dass sich die Stimmung der Verbraucher wegen der hohen Arbeitslosigkeit erneut verschlechtern und der Konsum in diesem Jahr noch schwächer ausfallen könnte als erwartet: „Das Konsumklima ist momentan ein Wackelkandidat.“ Derzeit gebe es mehr bremsende als fördernde Effekte. Bisher geht die GfK von einem Anstieg des privaten Konsums 2005 um 0,8 Prozent aus. Wübbenhorst sagte, wenn die nächsten Monate ähnlich unsicher verliefen, müsse die GfK über eine Abwärtsrevision nachdenken.

Grundvoraussetzung für eine tief greifende Verbesserung der Stimmung wäre Wübbenhorst zufolge eine Reduzierung der hohen Arbeitslosigkeit: „GfK und Bundespräsident sind hier der gleichen Ansicht: Hohe Arbeitslosigkeit bremst jeden Konsum.“

Das Bundeswirtschaftsministerium bewertete den siebten Anstieg des GfK-Konsumklimas in Folge insgesamt positiv. Die Ministeriumssprecherin Andrea Weinert sagte: „Angesichts der aktuellen konjunkturellen Unsicherheiten ist die erneute Stimmungsverbesserung durchaus positiv zu bewerten.“ Sie räumte aber ein, dass der Indikator allein wegen des aufgestauten Nachholbedarfs gestiegen ist, und nicht aus konjunkturellen Gründen oder wegen verbesserter Einkommenshoffnungen.

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