Hohe Benzin- und Nahrungsmittelpreise
Experten erhöhen Inflationsprognose deutlich

Hohe Preise für Benzin und Nahrungsmittel heizen die Inflation in Europa an. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sieht keine Entspannung an der Preisfront. Die Notenbanker erwarten für den Euro-Raum gar eine „langanhaltende Phase“ hoher Inflationsraten von mehr als zwei Prozent.

HB LUXEMBURG. Die jährliche Rate betrug im April im Eurogebiet 3,3 Prozent nach 3,6 Prozent im Vormonat, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat mit und bestätigte damit eine eigene Schätzung von Ende April. Die Niederlande haben die niedrigste Rate mit 1,7 Prozent, Slowenien kommt als Spitzenreiter auf 6,2 Prozent. In der gesamten EU betrug die Rate 3,6 Prozent nach 3,8 Prozent zuvor.

Preisstabilität ist im Eurogebiet nur bei Raten von bis zu 2 Prozent gewährleistet. Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Teuerung in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückgeht. Doch professionelle Beobachter der Europäischen Zentralbank (EZB) haben ihre Prognose für die Inflation in diesem Jahr wegen des enormen Teuerungsdrucks bei Energie und Lebensmitteln deutlich erhöht.

Wie aus dem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht der EZB hervorgeht, prognostizieren die von der Notenbank turnusmäßig befragten Ökonomen für die 15 Länder der Währungsunion in diesem Jahr im Schnitt eine Inflationsrate von drei Prozent. Bei der vorhergegangenen Befragung im Februar hatte die Inflationsprognose noch bei 2,5 Prozent gelegen.

Im kommenden Jahr rechnen die von der EZB befragten Bankvolkswirte, Wissenschaftler und Analysten dann mit einem moderaten Rückgang der Teuerung auf 2,2 Prozent. Vor drei Monaten hatte dieser Wert noch bei zwei Prozent gelegen.

Die für die Geldpolitik der EZB besonders wichtigen langfristigen Inflationserwartungen auf Sicht von fünf Jahren gingen dagegen leicht zurück. Statt zwei Prozent, wie bei der vorigen Umfrage der EZB, wird nun eine Inflationsrate von 1,9 Prozent erwartet. Diese wäre dann im Einklang mit dem Inflationsziel der Notenbank von knapp unter zwei Prozent. Allerdings ist der Abschlag um 0,1 Prozentpunkte der Rundung auf eine Nachkomma-Stelle geschuldet.

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