Hohe Nachfrage
EZB-Mitglied warnt vor Inflation

Die Inflationsrate im Euro-Raum könnte nach den Worten von EZB-Ratsmitglied Nicholas Garganas in diesem Jahr höher ausfallen als bisher erwartet. Eine Entscheidung über die weitere Zinspolitik sei trotzdem noch nicht gefallen, ergänzte der Notenbanker.

HB ATHEN. „In Anbetracht des kräftigen Wachstums in der Euro-Zone ist ein stetiger Anstieg der Inflation in diesem Jahr zu erwarten. Die Gefahr einer unerwartet höheren Inflation in der Euro-Zone ist in diesem Jahr zu erkennen“, sagte der griechische Notenbankchef am Montag bei einer Pressekonferenz in Athen. Zudem bekräftigte er die jüngste Stellungnahme des EZB-Rates, wonach die Zentralbank das Nötige tun will, damit die Inflationsrisiken nicht Realität werden.

Die EZB hatte in diesem Monat den Leitzins zum achten Mal seit Ende 2005 um 25 Basispunkte auf nunmehr vier Prozent angehoben. Sie wird nach Ansicht von Analysten mindestens noch einmal im September den Zins erhöhen, um die Inflation während des Aufschwungs im Zaum zu halten.

Inflationsgefahr geht Garganas zufolge von der zunehmenden Inlandsnachfrage im Währungsgebiet aus. Auch habe die US-Konjunktur die Wende zu einer erneuten, schrittweisen Erholung geschafft. Auch EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo wies auf die guten Wirtschaftsaussichten hin. „Niemand bezweifelt, dass das Wachstum heute höher ist als vor einem Jahr angenommen“, sagte der Notenbanker in Valencia. Dies erfordere, aktuelle Daten intensiver zu verfolgen.

Garganas bekräftigte, der EZB-Rat habe sich nicht bereits auf eine Entscheidung festgelegt. Dies hänge davon ab, wie sich die Inflationsrisiken weiter ausbreiteten. „Diese Risiken stammen zum Teil von der heimischen Wirtschaft und schließen die sich verbessernden Arbeitsmärkte ein sowie steigende Kapazitätsauslastung und eine kräftige Ausweitung der Geldmengen- und Kreditexpansion im Zusammenhang mit schon reichlicher Liquidität.“ Hinzu kämen außerdem der rapide Anstieg von Öl- und anderen Rohstoffpreisen und die Verteuerung von Nahrungsmittelpreisen seit Jahresbeginn.

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