Hohe Ölpreise
Ifo-Geschäftsklima sinkt unerwartet klar

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni wegen der rekordhohen Ölpreise unerwartet deutlich eingetrübt. Der Dax und die Gemeinschaftswährung Euro reagierten sofort auf die enttäuschenden Daten. Volkswirte rechnen nun für das zweite Halbjahr mit einer konjunkturellen Eintrübung.



HB BERLIN. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 103,5 Zählern im Mai auf 101,3 Punkte, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Montag mitteilte. Damit notierte der Index auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2005. Der Dax gab die Gewinne vom Morgen mit dem enttäuschenden Ifo-Index wieder ab. Der Euro notierte zuletzt bei 1,5527 Dollar, nachdem er kurz zuvor noch bei 1,5560 Dollar gelegen hatte. Damit werde eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank über 4,25 Prozent hinaus unwahrscheinlicher, sagten Analysten.

Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers auf 102,3 Punkte gerechnet. "Die stark gestiegenen Ölpreise belasten offensichtlich zunehmend die deutsche Wirtschaft", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Konsumenten und Unternehmen ächzten unter den massiven Ölpreis-Steigerungen, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Der Ölpreis drücke die Margen der Firmen und fresse die Lohnerhöhungen der Menschen an den Tankstellen wieder auf. "Das ist eine starke Belastung, aber es sieht noch nicht nach einer Rezession aus."

Die Aussichten für die kommenden sechs Monate schätzten die 7000 befragten Manager pessimistischer ein. Der entsprechende Teilindex sank auf 94,7 nach 97,2 Punkten. Der Index für die Lage gab auf 108,3 Punkte nach von 110,1 Punkte im Mai.

Vor allem in der Industrie kühlte sich das Klima deutlich ab. Der Arbeitsplatzaufbau in der Branche dürfte vor diesem Hintergrund an Kraft verlieren, erklärte Sinn. Vom Auslandsgeschäft erwarteten sich die Industrie-Unternehmen in den kommenden Monaten geringere Impulse. Trotz des starken Euro befürchteten sie aber keinen Einbruch des Exports, sagte Sinn.

Dass die deutsche Industrie im Juni überraschend deutlich an Schwung verloren hat, zeigt auch der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex. Er fiel um 1,3 auf 52,3 Punkte, wie das Forschungsinstitut Markit am Montag in London mitteilte.

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