Hohe Rohstoffpreise belasten
Geschäft der deutschen Dienstleistungsbranche boomt

Ein kräftiges Auftragsplus hat den deutschen Dienstleistern den stärksten Aufschwung seit fünf Jahren beschert. Davon angetrieben verbesserten sich auch in der Euro-Zone die Geschäfte in der größten Wirtschaftsbranche.

HB BERLIN.Der RBS/NTC-Service-Index für Deutschland stieg im September auf 56,2 von 54,6 Punkten im Vormonat, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Mittwoch mitteilte. Wie im August stellten die rund 450 stellvertretend für die Branche befragten Firmen etwas mehr Personal ein. In der Euro-Zone lösten die deutschen Dienstleister die französischen als Zugpferd ab. Der Index für die Euro-Zone stieg auf 54,7 von 53,4 Punkten und stabilisierte sich damit weiter oberhalb der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Auch die Aussichten der Service-Branche hellten sich auf, obwohl die hohen Ölpreise auf die Gewinne drückten.

NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson sagte Reuters, der Schwung von der Exportindustrie greife auf die industrienahen Dienstleister in Deutschland über. Zudem hätten die deutschen Unternehmen Fortschritte bei der Restrukturierung gemacht und seien nun schlanker und gesünder aufgestellt: „Das Tempo in Deutschland legt zu und zieht die gesamte Euro-Zone hoch.“

Analysten hatten für Deutschland im Schnitt nur einen unveränderten Index vorhergesagt. Werte über 50 signalisieren bessere Geschäfte in dem Sektor, zu dem etwa Banken oder IT-Firmen zählen. Werte unter 50 deuten auf schlechtere Geschäfte hin. Am Montag hatten bereits die von NTC befragten Einkaufsmanager in der Industrie von einer Rückkehr auf Wachstumskurs berichtet, wofür vor allem die starke Auslandsnachfrage verantwortlich war.

In Deutschland kletterte der Teilindex Neuaufträge auf 54,9 von 53,4 Punkten - der stärkste Zuwachs seit Januar 2004. Zur Begründung führten die Firmen den weltweiten Aufschwung an, der auch Auftragsabschlüsse für bisher verschobene Projekte begünstigt habe. Wegen des höheren Auftragseingangs stießen die Dienstleister erstmals seit über eineinhalb Jahren wieder an ihre Kapazitätsgrenzen, obwohl die Beschäftigung wie im August leicht zulegte. Damit könnte der seit fast viereinhalb Jahren andauernde Beschäftigungsabbau zum Ende gekommen sein, so NTC.

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