Hohe Zinsen
Indiens Wirtschaft wächst langsamer

Elf Mal hat die Zentralbank ihren Leitzins seit März 2010 angehoben. Kredite sind in Indien dementsprechend teuer. Zudem setzen steigende Preise und die schwächere Weltkonjunktur dem Wachstum zu.
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MumbaiHohe Zinsen, steigende Preise und die schwächere Weltkonjunktur haben das Wachstum in Indien gedrosselt. Das Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal um 7,7 Prozent zu, teilte die Regierung am Dienstag mit. Damit
schwächte sich das Wachstum bereits das fünfte Quartal in Folge ab.

Zu Jahresbeginn hatte die nach China und Japan drittgrößte Volkswirtschaft Asiens noch um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt. Im abgelaufenen Jahr waren es sogar 8,5 Prozent. „Auch wenn sich das Wachstum verlangsamt, bricht es nicht zusammen, wie einige befüchtet haben“, sagte Analyst Ashutosh Datar vom Finanzdienstleister IIFL.

Während die Industrie stärker als zuletzt zulegte, wuchsen die Bauausgaben nur noch schwach. Wegen der hartnäckig hohen Inflation hatte die Zentralbank ihren Leitzins seit März 2010 elfmal angehoben, was Kredite für Unternehmen und Verbraucher verteuert und damit das Wachstum hemmt. Die Teuerungsrate liegt mit 9,22 Prozent mehr als doppelt so hoch wie von der Notenbank angestrebt. Sie dürfte deshalb Experten zufolge ihren Zins weiter nach oben schrauben.

Auch in anderen großen Schwellenländern, die 2010 die weltweite Konjunkturerholung anschoben, hat der Aufschwung zuletzt nachgelassen. Brasilien meldete im Juni den ersten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes seit Ende 2008. Auch in China ließ das Tempo nach.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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