Hoher Ölpreis gefährdet Aufschwung: Importe weiter billig

Hoher Ölpreis gefährdet Aufschwung
Importe weiter billig

Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, kletterten die Einfuhrpreise von Dezember auf Januar um 0,1 Prozent. Damit waren die Einfuhren 3,1 Prozent billiger als vor einem Jahr.

HB WIESBADEN. Volkswirte warnten aber, dass angesichts der hohen Rohstoffpreise Importe für Deutschland bald wieder anziehen. „Der Ölpreis bereitet uns große Probleme“, sagte Christoph Weil von der Commerzbank. „Zum Teil wurde das durch den Euro bisher kaschiert.“

Ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse hätten sich die Einfuhren den Statistikern zufolge im Januar nur um 2,1 Prozent zum Vorjahr verbilligt. Hauptgrund für die billigeren Importe im Jahresvergleich war der starke Euro, der in diesem Zeitraum zum Dollar um 20 Prozent zulegte. Zuletzt hat sich die Gemeinschaftswährung aber wieder abgeschwächt. Commerzbank-Volkswirt Weil befürchtet daher auch, dass sich schon bald der hohe Ölpreis von derzeit über 32 Dollar je Barrel (159 Liter) bemerkbar machen wird. „Nicht nur in Europa bremst der Ölpreis die Konjunktur, sondern weltweit“, sagte Weil. Alle Konjunktur- und Inflationsprognosen für 2004 seien von sinkenden Ölpreisen ausgegangen. „Wenn das nicht kommt, werden wir bald alle unsere Prognosen anpassen.“

Zum Vorjahr sanken vor allem die Preise von rohem Erdöl mit einem Rückgang um gut 15 Prozent. Da Öl in Dollar abgerechnet wird, wurde der Preisanstieg durch den Euro-Höhenflug mehr als wettgemacht. Mineralölerzeugnisse waren knapp 12 Prozent und Erdgas 8,5 Prozent billiger. Auch importiertes Geflügel, Bananen und Kaffee kosteten teilweise über fünf Prozent weniger als im Januar 2003. Im Vergleich zum Dezember kostete Kaffee im Januar gut elf Prozent mehr als am Jahresende 2003. Die Einfuhr von Motorenbenzin, Steinkohle und Rohkupfer war mehr als sieben Prozent teurer, dagegen wurde Rindfleisch gut vier Prozent billiger. Die deutschen Exporteure konnten im Januar keine höheren Preise verlangen. Deutsche Ausfuhren kosteten im Schnitt soviel wie im Dezember. Dadurch erzielten die Firmen 0,7 Prozent geringere Preise als vor einem Jahr.

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