Hoher Ölpreis und Anschlagsgefahren als Gründe genannt
Dresdner Bank senkt Prognose

Nach anderen Kreditinstituten hat nun auch die Dresdner Bank ihre Konjunkturprognose für Deutschland gesenkt. Damit mehren sich die Stimmen, die das deutsche Wachstumspotenzial schwächer als noch vor einigen Monaten einschätzen.

HB FRANKFURT. „Für 2004 erwarten wir jetzt 1,4 % Wachstum, im Herbst lag unsere Prognose noch bei zwei Prozent“, sagte Michael Heise, Chef-Volkswirt der zur Allianz gehörenden Dresdner Bank, am Dienstag in Frankfurt. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft dann um 1,6 % wachsen. Die schwächere Einschätzung der wirtschaftlichen Lage erklärte Heise mit dem anhaltend hohen Ölpreis, den Verunsicherung schürenden Anschlägen in der spanischen Hauptstadt Madrid, einer geringer als erwarteten Steuerentlastung der Bürger sowie den weiterhin hohen Beitragssätzen bei den Krankenkassen.

Auch die Volkswirte der HVB (HypoVereinsbank) sehen die konjunkturellen Aussichten Deutschlands mittlerweile weniger rosig. Das Münchener Institut rechnet nur noch mit einem Wachstum von 0,9 % statt bislang 1,2 %. Ungeachtet dessen hält die Bundesregierung an ihrer Schätzung von 1,5 bis 2,0 % fest. Am Montag hatten sich bereits Vertreter des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und der Dachorganisation der Anlagen- und Maschinenbauer Zweifel an einem baldigen Aufschwung geäußert. Auch das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sank im April überraschend den vierten Monat in Folge.

Heise sagte, der „kraftlose Aufschwung“ werde nicht ausreichen, um schnell die Zahl der Arbeitslosen zu reduzieren. In diesem Jahr sei noch mit einem leichten Anstieg zu rechnen. Im kommenden Jahr werde es dann einen Rückgang geben, aber nicht unter die Marke von vier Mill. Arbeitslosen. Zuletzt lag die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bei rund 4,5 Millionen.

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