Hurrikan- und Flut-Folgen gigantisch
DIW befürchtet Billionen-Schäden

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet mit wegen des Klimawandels mit immer extremeren Wetterverhältnissen. Die Folgen könnten nach Schätzung der Experten allein in Deutschland in diesem Jahr Schäden in dreistelliger Millionenhöhe verursachen.

HB BERLIN. Die Folgeschäden des Hochwassers in Bayern und des Hurrikans im Südosten der USA sind nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin) erheblich umfangreicher als bisher angenommen. In Bayern gehe man nach Angaben der Versicherungen bisher von einer Schadensumme von 170 Mill. € aus, sagte DIW-Umweltexpertin Claudia Kemfert, am Donnerstag in Berlin. „Tatsächlich ist aber mit mindestens 250 Mill. Kosten zu rechnen“. Darin enthalten seien auch Infrastrukturschäden sowie die Folgen für Landwirte sowie die Beseitigung von Umweltschäden. Noch gigantischer und dauerhaft wirke sich der Klimawandel insgesamt aus, der nach Angaben von Forschern auch für Deutschland voranschreitet.

Der Wirbelsturm „Katrina“ hat nach DIW-Berechnungen einschließlich der wirtschaftlichen Ausfälle Schäden von 600 Mrd. € hinterlassen. Das sei drei Mal soviel wie in den USA offiziell bisher eingeräumt und knapp 5 % des Bruttosozialprodukts der USA. Berücksichtigt seien in den Zahlen auch die Seuchenfolgen sowie massive Produktionseinbußen für die Wirtschaft.

Gigantische finanzielle Ausgleichsbeträge

Allein die globale Klimaerwärmung könnte nach Berechnungen des DIW bis 2050 gigantische finanzielle Ausgleichsbeträge erfordern. Bei einer Erderwärmung von 1 Grad Celsius bis 2050 im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwartet das Institut allein für Deutschland aufgelaufene Kosten von 800 Mrd. €. Ohne weitere Maßnahmen gehen die Experten von einer weiteren Erwärmung der Erde auf 3,5 Grad aus. „Wir müssen dann aber unter zwei Grad bleiben, um das Allerschlimmste zu verhindern.“ Das, so Kemfert, gehe nur durch den konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energien.

Schätzungen des DIW bis 2050 ließen demnach insgesamt weltweite Klimaschäden von 200 Billionen Dollar erwarten. Konsequenter Klimaschutz zur Verlangsamung einer weiteren Erwärmung des Erdballs würde bis 2050 nach DIW-Berechnungen 71 Billionen Dollar weltweit verschlingen.

Daniela Jacob vom Max-Planck-Institut für Meteorologie erläuterte: „Es ist bewiesen, dass die Häufigkeit extremer Niederschläge ansteigt.“ Die Wetterlage, die zu dem jüngsten Flutereignis im Alpenraum geführt habe, sei zu Beginn des Jahrhunderts etwa ein bis zwei Mal in zehn Jahren aufgetreten - in den vergangenen Jahrzehnten jedoch im Schnitt je vier bis fünf Mal. „In den Beobachtungen sehen wir, dass sich weltweit Extremereignisse häufen.“ Dazu gehörten Niederschläge, Stürme, Hitzeperioden und Dürren. Starkniederschläge würden sich in den nächsten 20 bis 50 Jahren in Sommermonaten häufen. Das gelte auch für Deutschland, sagte Jacob. „Eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik ist daher unabdingbar“, forderte Jacob.

Seite 1:

DIW befürchtet Billionen-Schäden

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%