HWWI-Prognose
Deutschlands Wachstum fällt drastisch zurück

Bislang sagte das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut Deutschland ein kräftiges Wachstum von 2,2 Prozent für das kommende Jahr voraus. Doch die Finanzkrise hat diese Prognose über den Haufen geworfen.
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HamburgDas Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut HWWI hat wegen der unsicheren Lage auf den Finanzmärkten seine Prognosen für die künftige wirtschaftliche Entwicklung nach unten korrigiert. Für Deutschland erwarten die Hamburger Forscher im kommenden Jahr nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,2 Prozent, teilte das HWWI am Dienstag in der Hansestadt mit. Bislang lautete die Prognose auf 2,2 Prozent.

Für das laufende Jahr reduzierte das Institut die Erwartung von 3,5 auf 3,0 Prozent. Damit sei jedoch nur den bislang eingetretenen Verschlechterungen Rechnung getragen. Die Probleme seien keinesfalls gelöst und die Risiken für eine noch deutlich ungünstigere Entwicklung nach wie vor groß.

Die OECD hatte bereits in ihrem letzten Konjunkturbericht das deutsche Wachstum vorerst für beendet erklärt. Ihrem Szenario droht der deutschen Wirtschaft schon zum Jahresende 2011 ein Einbruch. Für die letzten drei Monate prognostizieren die Volkswirte der Industriestaaten-Organisation einen auf das Jahr hochgerechneten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,4 Prozent. Gegenüber dem dritten Quartal 2011 entspricht dies einem „echten“ Minus von 0,3 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Mit nur ein bischen Grundschulmathematik lässt sich der Mythos des ewigen Wachstums leicht entlarven. Ein kontinuierliches Wachstum, wie von unserer Politik eingefordert, egal in welcher Höhe, führt unweigerlich zu einer Exponetialfunktion. Das heisst, dass unbegrenztes Wachstum nicht möglich, und schon gar nicht gesund ist. Beispiel Krebs. Diese simple mathematische Erkenntnis erschliesst sich dem "einfachen" Politiker aber nicht.

  • Die deutsche Konjunktur wurde bis jetzt zum Teil durch das Schuldenmachen von Importländer wie Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und v.M. Gestürzt.
    Es war eine Art Konjunkturprogramm.
    Jetzt werden diese Länder ihre Schulden abbauen, also wesentlich weniger importieren, das wird wird wie eine Konjunkturbremse auf die Wirtschaft vom Exportland Deutschland.
    Dazu kommt dass chinesische Produkte immer besser werden, bleiben trotzdem preiswerter. Das beste Beispiel ist die Solarbranche, chinesische Produkte sind sogar besser, bleiben aber preiswerter.

  • "Über ihre Verhältnisse gelebt" das ist eine fiese Unterstellung die eigentlich vom echtem Problem ablenken und das Hungern als moralische Pflicht erscheinen lassen soll.
    Man kann über seiner Verhältnisse und trotzdem unter seiner Bedürfnisse leben. Viele tun das auch, sie sind überschuldet und haben trotzdem kaum genug Geld um sich Kleider oder Lebensmittel für sich selbst und für die Kinder zu kaufen.

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