Ifo: Aufschwung setzt sich fort
Wirtschaftswachstum schwächt sich durch Ölpreise ab

Auch wegen der hohen Ölpreise zeichnet sich in der Weltwirtschaft ein Abschwächung des kräftigen Wachstums ab. Zum zweiten Mal infolge ging der Weltwirtschaftsklima-Index des ifo Instituts leicht zurück, und zwar von 110,1 auf 109,2 Punkte.

HB MÜNCHEN. „Im zweiten Halbjahr wird es mit der Weltwirtschaft noch kräftig nach oben gehen“, sagte ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb am Donnerstag in München. 2005 würden sich die Wachstumsraten dann etwas abkühlen, aber immer noch auf einem hohen Niveau bleiben. Die große Unbekannte sei weiterhin der Ölpreis.

Das ifo Institut ermittelt den Index vier Mal im Jahr durch die Befragung von rund 1200 Experten aus 89 Ländern. Den leichten Rückgang im Juli hatten die ifo-Experten erwartet. Der Stimmungsindikator liege noch immer über seinem mehrjährigen Durchschnitt, betonte Nerb. Allerdings sei der Stimmungshöhepunkt voraussichtlich schon überschritten. „Nichts deutet aber darauf hin, dass wir jetzt abstürzen.“ Im Juli beurteilten die Experten vor allem die Aussichten für die kommenden Monate schlechter. Der Erwartungs- Index sank von 124,6 auf 115,8 Punkte. Der Geschäftslage-Index stieg dagegen noch einmal von 95,0 auf 102,3 Punkte.

In den Weltregionen entwickelt sich die Stimmung derzeit unterschiedlich. Der stärkste Rückgang des Indikators wurde in Asien verzeichnet. „Er spiegelt vor allem die Abkühlung der überhitzten Konjunktur in China wider“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. In Nordamerika beurteilten die Experten die Zukunftsaussichten etwas weniger positiv. Westeuropa hinkt der Entwicklung dagegen noch etwas hinterher. Der Klimaindikator hat hier das Niveau der anderen Weltregionen noch nicht erreicht. Hier mehren sich nun die Anzeichen für eine leichte Beschleunigung des bisher noch moderaten Wachstums.

Insgesamt rechnen Experten in diesem Jahr in der Weltwirtschaft mit einem außergewöhnlich hohen Wachstum von etwa 4,5 Prozent. Im nächsten Jahr soll es dann etwas weniger sein. Nerb sagte, die meisten Konjunkturforscher rechneten damit, dass sich der Ölpreis irgendwann wieder bei etwa 30 Dollar einpendle. Bleibe er aber auf dem derzeitigen höheren Niveau, müssten die Prognosen eventuell noch einmal überdacht werden.

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