Ifo-Barometer
Schuldenstaaten hinken in Europa hinterher

Die Konjunktur in der Euro-Zone gewinnt laut Ifo-Institut weiter in Fahrt, doch ebenso offensichtlich ist die Zweiklassigkeit: Einige dominante Länder preschen voran, die Schuldenstaaten haben sie längst abgehängt.
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BerlinDie Konjunkturerholung in der Euro-Zone gewinnt an Fahrt, die hoch verschuldeten Länder hinken aber hinterher. Das vom Ifo-Institut berechnete Wirtschaftsklima verbesserte sich im zweiten Quartal erneut und liegt deutlich über dem langfristigen Durchschnitt, wie die Münchner Forscher am Mittwoch mitteilten.

Das Stimmungsbarometer stieg zum ersten Vierteljahr um 2,1 auf 118,9 Punkte. Dabei beurteilten die befragten 286 Experten die Lage günstiger als bisher, während sich die Aussichten für die nächsten sechs Monate leicht eintrübten. "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich der konjunkturelle Aufschwung im Euroraum fortsetzt, dies aber weiterhin mit erheblichen Unterschieden in den einzelnen Mitgliedsländern", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Denn in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal beurteilen die Fachleute die aktuelle Wirtschaftslage als sehr schlecht. Die vier Länder stehen wegen ihrer hohen Schuldenberge im Fokus der Finanzmärkte, bis auf Spanien sind sie alle auf Milliarden-Hilfen ihrer europäischen Partner und des Internationalen Währungsfonds angewiesen. In Deutschland wird die Situation hingegen als hervorragend angesehen, in Österreich und Finnland als gut und in Belgien, den Niederlanden und der Slowakei noch als günstig beurteilt. Als unverändert ungünstig gilt die Wirtschaftslage in Italien.

Die Aussichten für den Euro-Raum wurden etwas weniger günstig beurteilt als zuletzt, bleiben laut Ifo aber weitgehend positiv. "In Griechenland, vor allem jedoch in Portugal, signalisieren die Erwartungen für die nächsten sechs Monate jedoch eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation." Wegen der anziehenden Preise erwarten die Experten 2011 im Jahresschnitt eine Teuerungsrate von 2,5 Prozent im Währungsraum: "Die Inflationsbefürchtungen sind weiter gestiegen."

Die Europäische Zentralbank sieht stabile Preise aber nur bei einer Rate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet und hat bereits mit einer Straffung der Geldpolitik die Zinswende eingeläutet. Die Konjunktur in den Euro-Ländern dürfte nach Ansicht der Fachleute in diesem Jahr um 1,9 Prozent anziehen. Beim Euro-Dollar Wechselkurs erwarten die Experten im nächsten halben Jahr kaum Veränderungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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