Ifo-Geschäftsklima hellt sich auf
Deutsche Exporteure halten Euro-Druck stand

Entgegen der Erwartungen der meisten Analysten hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im November aufgehellt. Nach sechs Rückgängen in Folge ist der Ifo-Geschäftsklimaindex erstmals wieder gestiegen. Besonders überraschend sind dabei die Angaben aus der Exportwirtschaft.

HB BERLIN. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 104,2 Punkte nach 103,9 im Vormonat, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte. Die meisten Beobachter hatten wegen der Finanzmarktkrise, der hohen Ölpreise und des schwachen Dollars eigentlich einen weiteren Rückgang auf erwartet.

Tatsächlich schauten die befragten Unternehmen auch weniger zuversichtlich in die nahe Zukunft: Der Teilindex für die Geschäftserwartungen im kommenden halben Jahr ging von 98,6 auf 98,3 Punkte zurück. Aber die aktuelle Geschäftslage wurde von den Unternehmen deutlich besser beurteilt als noch im Oktober. Dieser Teilindex stieg von 109,6 auf 110,4 Punkte.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Konjunktur auf hohem Niveau nur allmählich abkühlt“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Optimismus trotz Euro-Stärke beim Export

Bei den Exporteuren hat sich der Optimismus den Angaben zufolge trotz des steigenden Eurokurses sogar etwas verstärkt. Auch die Personalpläne zeigen wieder vermehrt nach oben, hieß es.

Bislang hätten auch die Ifo-Konjunkturexperten gedacht, dass der starke Euro deutlich belastend wirke, sagte der Konjunkturexperte des Münchener Instituts, Kai Carstensen. Die Exporterwartungen im November seien aber wieder gestiegen, entgegen den Erwartungen auch im Ifo-Institut. Momentan sei noch schwer zu beurteilen, wie dies einzuordnen sei. „Aber ich denke, dass auf Dauer ein dermaßen starker Euro belastend wirken dürfte“, sagte Carstensen. Ein Übergreifen der Finanzkrise sehe er momentan nicht. Insgesamt bestehe die Hoffnung, dass der Konsum steige und den Teil beim Wachstum übernehme, der beim Export durch den gestiegenen Euro verloren gehe.

Die Gemeinschaftswährung eilt seit Wochen von Rekord zu Rekord und ist nur noch einen Tick von der Marke von 1,50 Dollar entfernt. Deutsche Exporte in andere Währungsräume werden dadurch teurer.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Monatlich befragt das Ifo-Institut rund 7000 Unternehmen aus Industrie und Bauwirtschaft sowie Einzel- und Großhandel nach ihrer gegenwärtigen Geschäftslage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

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