Ifo-Geschäftsklima
Kommentar: Rückkehr zur Realität

Eine Abkühlung des Ifo-Geschäftsklimas war schon länger erwartet worden. Jetzt – im Juli – ist es passiert. Die aktuellen Daten sind Vorboten für den Anfang 2007 zu erwartenden Konjunkturdämpfer.

Eine Abkühlung des Ifo-Geschäftsklimas war schon länger erwartet worden. Jetzt – im Juli – ist es passiert. Noch bis Juni hatte das wichtige Konjunkturbarometer für die deutsche Wirtschaft mit ständig neuen Höhenflügen überrascht, die sich immer weiter von dem plausibel erscheinenden Wachstum in diesem Jahr entfernten. Schon deshalb war spätestens nach dem Ende der Fußballweltmeisterschaft eine Korrektur überfällig.

Bei den Erwartungen der befragten Unternehmen hat diese Korrektur tendenziell bereits im April eingesetzt. Dies wurde aber wegen der immer optimistischeren Beurteilung der aktuellen Lage und der nur marginalen Abschläge bei den Perspektiven kaum wahrgenommen. Das hat sich im Juli geändert. Die Risiken für die künftige Konjunktur haben sich im Juli wegen der Nahost-Konflikte und des damit verbundenen Ölpreisanstiegs verschärft. Außerdem häufen sich die Anzeichen für eine Abkühlung der Wirtschaftsdynamik in den USA.

Innenpolitisch kommt hinzu, dass die Gesundheitsreform das Versprechen, die Lohnzusatzkosten deutlich zu senken, konterkariert und den privaten Konsum zusätzlich zur Mehrwertsteuererhöhung belasten wird. Diese ab Januar wirkenden Bremsfaktoren werden ab jetzt von Monat zu Monat immer stärker bei den Wirtschaftserwartungen ins Gewicht fallen. Die aktuelle Geschäftslage sollte dagegen auch in den nächsten Monaten noch recht gut bleiben – unterstützt durch Vorzieheffekte im Handel und beim Bau wegen der Mehrwertsteuererhöhung und der guten Exporterwartungen der Industrie.

Der Juli-Rückgang beim Ifo-Geschäftsklimaindex ist also ein Vorbote für den Anfang 2007 zu erwartenden Konjunkturdämpfer, aber nicht – wie manche Ökonomen glauben – ein Signal für eine aktuelle Trendwende.

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