Ifo-Geschäftsklima: Mehrwertsteuer-Erhöhung schlägt durch

Ifo-Geschäftsklima
Mehrwertsteuer-Erhöhung schlägt durch

Die deutsche Wirtschaft hat den Mehrwertsteuer-Schock doch nicht ganz verdaut. Das Stimmung in den Unternehmen trübte sich im Februar ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank stärker als erwartet. Vor allem der Einzelhandel klagte. Allerdings soll die Durststrecke nicht lange anhalten.

HB BERLIN. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im Februar auf 107,0 von 107,9 von Punkten im Januar, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Das war der zweite Rückgang in Folge. Analysten hatten im Schnitt einen weniger starken Rückgang auf 107,5 Punkte erwartet.

Die Unternehmen seien nicht mehr so zuversichtlich für die nächsten Monate wie zuvor, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Unternehmen beurteilten ihre Geschäftserwartungen schlechter. Der Teilindex sank auf 102,6 von 103,2 Punkten im Januar. Der Lageindex sank auf 111,6 von 112,8 Punkten.

Die Mehrwertsteuererhöhung hat die deutsche Wirtschaft und vor allem den Einzelhandel nach Einschätzung des Ifo-Instituts zuletzt doch deutlich belastet. Im Januar waren die Dienstleister mit großer Zuversicht ins neue Jahr gestartet. „Im Frühjahr dürfte die Durststrecke aber überwunden sein“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger am Freitag. Die Grundtendenz der Wirtschaft sei allerdings weiter positiv, weswegen die Steuererhöhung um drei Punkte auf 19 Prozent nur temporär eine Belastung darstelle.

Ifo-Präsident Sinn hob hervor, dass der Geschäftsklimaindikator trotz des leichten Rückgangs im Februar noch immer deutlich über seinem Wert vom Jahresende 2006 liege. Auch die Einstellungsbereitschaft der Branche sei ungebrochen und habe im Vergleich zum Vormonat weiter zugenommen.

Die Ergebnisse zum Ifo-Index basieren auf einer Umfrage unter rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und des Einzelhandels.

„Bei einem so hohen Niveau steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass es auch mal wieder nach unten geht", beurteilte Analyst Dirk Schumacher von Goldman Sachs die Zahlen. "Dennoch deuten die Zahlen weiter auf ein starkes Wachstum hin."

Ralph Solveen von der Commerzbank meinte, die Konjunktur verliere etwas an Fahrt. "Das liegt an der höheren Mehrwertsteuer. Auch die Weltwirtschaft läuft schwächer. Und irgendwann werden sich die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank bemerkbar machen."

»  Wie die Märkte auf die Daten reagieren

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