Ifo-Geschäftsklimaindex: Aufschwung stoppt Stellenabbau

Ifo-Geschäftsklimaindex
Aufschwung stoppt Stellenabbau

Frohe Kunde für Unternehmen und Arbeitsnehmer gleichermaßen: Der Konjunkturaufschwung schlägt sich nach Ansicht des Münchner Ifo-Instituts auch auf den Konsum und den Arbeitsmarkt durch. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf den höchsten Stand seit 14 Jahren.

HB MÜNCHEN. Ifo-Volkswirt Klaus Abberger sagte am Donnerstag, die Aufwärtsentwicklung festige sich offenbar, auch die Binnennachfrage scheine in Schwung zu kommen. Für die Beschäftigungsentwicklung zeichne sich eine Besserung ab. „Der Stellenabbau sollte jetzt zum Stillstand kommen“, sagte Abberger. Eine richtige Belebung am Arbeitsmarkt erwartet das Ifo allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte.

Mittlerweile haben die Konjunkturforscher des Ifo-Instituts auch keine Befürchtungen mehr, dass eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) der deutschen Konjunktur schaden könnte. Die Wirtschaftsentwicklung sei mittlerweile relativ robust, so dass die EZB schon Spielraum habe. „Der nächste Schritt dürfte wieder ein kleiner werden, von daher sollte es in Ordnung gehen“, sagte Abberger. „Die EZB sollte aber nicht in einen Automatismus verfallen“, warnte er gleichzeitig.

An den Finanzmärkten wird fest mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB um einen viertel Prozentpunkt bei der nächsten Ratssitzung am 2. März gerechnet. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte erklärt, entsprechende Erwartungen seien vernünftig. Nach Einschätzung einiger Volkswirte haben EZB-Vertreter zuletzt mit besorgteren Äußerungen über die Inflationsaussichten unter Hinweis auf die bessere Konjunktur aber schon begonnen, den Weg für weitere Anhebungen zu bereiten.

Geschäftsklimaindex: Anstieg statt Rückgang

Der Ifo-Geschäftsklima-Index als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft war im Februar auf 103,3 Punkte und damit den höchsten Wert seit Herbst 1991 gestiegen. Im Januar hatte der Wert 101,8 Punkte betragen. Dabei bewerteten die rund 7000 befragten Unternehmen sowohl ihre Geschäftsaussichten als auch ihre Lage noch einmal deutlich besser als zu Jahresanfang. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten für das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer mit einem Rückgang auf 101,5 Punkte gerechnet.

Der Indikator für die Lage-Bewertung der Unternehmen stieg auf 101,9 von 99,7 Punkte, die Erwartungskomponente legte auf 104,8 von 103,8 Zählern zu. Nach Angaben des Ifo-Instituts betrachteten vor allem die Einzelhändler ihre momentanen Geschäfte und ihre Aussichten spürbar zuversichtlicher. „Auch im Großhandel und im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima aufgehellt“, so Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Auch in der sowieso schon optimistischen Industrie nahm die Zuversicht noch einmal etwas zu. Die positiven Erwartungen an das Exportgeschäft hätten sich nur leicht abgeschwächt.

Abberger sagte, das Ifo sehe daher auch keine Gefahr, dass es wieder eine so genannte Erwartungsblase gebe, bei der die tatsächliche Wirtschaftsentwicklung den vorherigen Geschäftserwartungen nicht folgt. „Die Indikatoren für die Lagebeurteilungen und für die Erwartungen steigen im Gleichschritt. Von daher sollte es keine Erwartungsblase geben.“

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