ifo-Geschäftsklimaindex
Deutschland könnte der Rezession entgehen

Das wichtige Konjunkturbarometer fiel weniger stark als erwartet. Denn die aktuelle Lage wird weiter sehr positiv bewertet, nur die Zukunftserwartungen trüben sich ein. Experten malen trotzdem nicht schwarz.
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MünchenDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September weiter abgekühlt. Der ifo-Index sank von 108,7 auf 107,5 Punkte, wie das ifo Institut am Montag in München mitteilte. Analysten hatten einen Rückgang auf 106,6 Punkte erwartet. Bereits im Juli und im August hatte das wichtige Stimmungsbarometer angesichts von Schuldenkrise und einem schwächeren Wachstum deutlich nachgegeben. Bei drei Rückgängen in Folge sehen Volkswirte eine Trendwende in der Konjunkturentwicklung.

Während sich die Geschäftserwartungen deutlich eintrübten, gab die Beurteilung der aktuellen Lage nur leicht nach. Die 7000 befragten Manager schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die aktuelle Lage schlechter ein. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel auf 98,0 von 100,0 Punkten. Hier waren 97,5 Punkte erwartet worden. Der Lage-Index sank leicht auf 117,9 von 118,1 Zählern, während Analysten 116,0 Punkte vorausgesagt hatten.

Analysten hatten insgesamt mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. „Der Ifo-Index ist deutlich weniger gefallen als gedacht," sagte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. „Der Rückgang wurde hauptsächlich durch die schlechtere Erwartungskomponente verursacht. Dies kann auf schlechtere Geschäftsaussichten hindeuten, möglicherweise liegt es allerdings auch an dem insgesamt schlechten Nachrichtenumfeld. Die Lage ist immer noch nahe dem Rekordstand. Dies zeigt an, dass die deutsche Wirtschaft an einer Rezession vorbeikommen könnte,“ sagte Weidensteiner.

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Ifo-Experte erwartet Zinssenkung

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  • Erzählen Sie das mal den Menschen ist Estland oder auch in der Slowakei. Die sehen das garantiert anders ...

  • @ Beate7:

    Ich habe es geschrieben: Eine Steilvorlage für die Euro-Gegner. Dankbar von Ihnen aufgenommen. Zu dem Rest: Lassen Sie Ihre dumme Polemik. Ich habe meine Meinung, Sie haben Ihre. Darüber können wir streiten, aber nicht, indem Sie dem Anderen den Mund verbieten.

  • An Till:
    Eine Volkswirtschaft die auf soliden Fundamenten steht, kann sich zwar nie der Weltwirtschaft oder den Großen Spielern (USA, Japan, China) komplett entziehen aber die Auswirkungen für die eigene Bevölkerung abfedern.

    Unsere Volkswirtschaft gehört zu den „offenen Volkswirtschaften“ die nicht auf soliden Beinen steht (Überalterung der Bevölkerung, sehr hohe Gastarbeiterbestände, Massenarbeitslosigkeit und eine hohe Staatsverschuldung)

    Durch den Euro/Wirtschaftsraum hat sich die Schieflage in unserem Land sich noch verschärft. Wir haben in den vergangenen Jahren den Abfluss von Kapital erlebt und den Zufluss von Wirtschaftsflüchtlingen (Polen, Rumänen, Bulgaren, Russen etc.)

    Diese Kombination ist fatal.

    Wir sind heute mehr eine „Basarökonomie“ als eine „gesunde Volkswirtschaft“.

    Jede kleinere Veränderung bei unseren derzeitigen Hauptabsatzmärkten (Frankreich, USA, Großbritannien) führt zu einer größeren Verwerfung in unsere Volkswirtschaft.

    Wir sind zwar in Osteuropa und in China sehr aktiv. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen das der Aufschwung in Osteuropa nur schuldenfinanziert war und durch die Verlagerung von Produktionsanlagen aus Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht wurde.

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