Ifo-Geschäftsklimaindex
Es geht abwärts

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der Ifo-Index fällt auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren. Prompt dreht der Dax ins Minus.
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MünchenKein Stimmungsaufheller für die deutsche Wirtschaft in Sicht: Der Geschäftsklimaindex fiel unerwartet deutlich von 104,7 auf 103,2 Punkte, wie das Münchner Ifo Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Damit hat sich die Stimmung im Oktober den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 104,3 Zähler erwartet.

„Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt. In den einzelnen Branchen fielen die Ergebnisse allerdings unterschiedlich aus.

Im Großhandel und bei den Dienstleistern hellte sich die Stimmung auf, im Einzelhandel und im Baugewerbe sowie vor allem in der Industrie trübte sie sich dagegen ein. „In der Industrie gibt es kaum Lichtblicke“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Allein die Exporterwartungen seien gestiegen. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob dies nur ein Strohfeuer sei. Der Euro hat zuletzt zum Dollar deutlich an Wert verloren, was deutsche Produkte in vielen Ländern attraktiver macht.

Angesichts der Verunsicherung durch zahlreiche Krisen wie in der Ukraine und im Nahen Osten haben viele Experten ihre Wachstumsprognosen zuletzt deutlich nach unten korrigiert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet in diesem Jahr noch mit einem Plus von 1,3 Prozent und geht für 2015 sogar nur von 0,8 Prozent aus.

„Das weltwirtschaftliche Umfeld bremst die Exportunternehmen und Investitionsgüterhersteller“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Die schlechte Stimmung verzögere Investitionen. Vor allem die Entwicklung in Europa sei wichtig, damit es wieder deutlicher aufwärts geht. „Gerade für Wachstum in Europa haben wir aber noch kein Rezept gefunden“, erklärte Zeuner. Für viel mehr als Stagnation bis ins neue Jahr reiche es aber wohl in Deutschland und Europa nicht.

Der Dax fiel nach Bekanntgabe des Ifo-Index ins Minus. Der deutsche Leitindex, der zu Handelsbeginn am Montag noch positiv auf die Ergebnisse des Banken-Stresstests reagierte hatte, lag zuletzt 0,6 Prozent niedriger bei 8932 Punkten. Auch der Euro schwächelte etwas und fiel auf 1,2688 Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wieso wird diesem ifo-Index überhaupt eine Bedeutung beigemessen?

    Das ist eine telefonische Befragung zur Einschätzung (!!!) der Befragten (oftmals, aber nicht nur Entscheidungsträger), zur Zukunft. Die haben aber keine Glaskugel und können nur eine Spekulation abgeben.

    Daraus errechnen dann teuer bezahlte Volkswirte einen Index. Quasi einen Glaskugel-Index, aus dem sie dann Kaffeesatzleserei betreiben, indem sie die Befragungsergebnisse interpretieren.

    Da könnte ich auch meine Nachbarn fragen, was sie glauben, wie das Wetter in den nächsten 6 Monaten wird. Im Mittel kommt die Antwort "es gibt 5 sonnige Tage und 10 Regentage". Daraus interpretier ich dann, oh die erwarten mehr Regen- als Sonnentage - ergo wird (!!!) das Wetter schlecht.

    Bitte schalten Sie Ihr Gehirn ein. Das ist eine nichtssagende Statistik und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand ernsthaft seine Investmententscheidung davon abhängig macht. Egal was uns die Springer-Bertelsmann-Burda-Medien suggerieren wollen.

    Wer hat ein Interesse daran, uns glauben zu lassen, dass es schlimm um die Wirtschaft steht und wovon will man uns ablenken?

  • Es sind nicht allein auswärtige Krisen, die die deutsche Wirtschaft in den Rückwärtsgang zwingen, es ist vor allem die Regierung Merkel, die mit ihrer am Mittelalter (Windmühlen) orientierten Energiepolitik Deutschlands ökonomischen Selbstmord in die Wege geleitet hat.

    So berichtet z.B. die NYT - siehe http://www.nytimes.com/2014/10/25/business/international/basf-an-industrial-pillar-in-germany-leans-abroad.html?_r=1 - daß ein führendes deutsches Industrieunternehmen wie die BASF laut Aussage von Vorstand Harald Schwager ausdrücklich wegen der in Deutschland durch die "Energiewende" ständig immer weiter in die Höhe geschraubten Energiepreise verstärkt im Ausland investiert.

    Hier gehen Deutschland für Jahrzehnte tragfähige Investitionen verloren. Schuld ist ganz höchst persönlich unsere Kanzlerin. Der wirtschaftliche Selbstmord Deutschlands nimmt Fahrt auf.

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