Ifo-Geschäftsklimaindex für Europa
Hoher Ölpreis und starker Euro belasten die Stimmung

Das Geschäftsklima in der Euro-Zone hat sich im vierten Quartal deutlich verschlechtert. Einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge blicken Wirtschaftsexperten wesentlich skeptischer in die Zukunft, während sie die gegenwärtige Lage etwas positiver bewerten als vor drei Monaten. Dabei drücken vor allem der hohe Ölpreis und der starke Euro auf die Stimmung in der europäischen Wirtschaft.

HB MÜNCHEN. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Institut sank im vierten Quartal 2004 im Euroraum von 96,6 auf 89,8 Punkte. „Der Aufschwung hat an Fahrt verloren“, sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb am Dienstag in München. Die Lage sei aber noch nicht dramatisch. Der konjunkturelle Erholungsprozess werde sich im ersten Halbjahr 2005 zumindest abgeschwächt fortsetzen.

Das Ifo-Institut ermittelt das Wirtschaftsklima für den Euroraum vier Mal im Jahr durch die Befragung von mehr als 330 Experten aus multinationalen Unternehmen und Instituten. Bei der jüngsten Befragung beurteilten sie zwar die aktuelle Lage besser. Der entsprechende Index stieg von 76,7 auf 84,1 Punkte. Deutlich schlechter schätzten sie aber die Aussichten für die nächsten Monate ein. Der Erwartungs-Index sank von 113,2 auf 94,6 Punkte. „Da hat vor allem der hohe Ölpreis sicher eine Rolle gespielt“, sagte Nerb. Vor allem die Exportaussichten würden etwas ungünstiger beurteilt, da eine Dämpfung der Weltwirtschaft erwartet werde.

Innerhalb des Euroraums wurde die gegenwärtige Wirtschaftslage erneut in Irland und Finnland am besten eingeschätzt. Am schlechtesten beurteilten die Experten die Lage in den Niederlanden, Portugal, Italien und in Deutschland. Jedoch werde auch in diesen vier Ländern im Lauf der nächsten Monate mit einer wirtschaftlichen Verbesserung gerechnet. Nur in Griechenland und Spanien erwarten die Experten eine konjunkturelle Abschwächung im nächsten halben Jahr. „In diesen beiden Ländern ist der Preisanstieg schon seit einiger Zeit deutlich stärker als im Durchschnitt des Euroraums, wodurch deren preisliche Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt wird“, erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

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