Ifo: Höhere Ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnologie verpuffen in Deutschland nahezu wirkungslos
Technologie-Investitionen schaffen keine Jobs

Höhere Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bleiben in Deutschland nahezu wirkungslos. Ursache dafür ist der unflexible Arbeitsmarkt. Diese kritische These formulieren Forscher des Münchener Ifo-Instituts in Zusammenarbeit mit dem britischen Forschungsinstitut Cambridge Economics und der Universität Konstanz.

Hb DÜSSELDORF. „Der deutsche Arbeitsmarkt ist zu stark reguliert“, kritisiert Ifo-Ökonom Hans-Günther Vieweg, Leiter der Untersuchung. Die übliche Kausalkette, dass höhere Technologie-Investitionen die Produktivität steigern und damit zu mehr Wachstum führen, funktioniere nur auf flexiblen Märkten. Zum Beispiel in den USA: Dort nimmt der Output eines Arbeitnehmers je Stunde seit Mitte der 90er-Jahre schneller zu als in Deutschland und in der Euro-Zone – und auch die Wirtschaft wächst schneller.

„Statt neue Arbeitsplätze zu schaffen, nutzen deutsche Unternehmer die IKT-Investitionen für Rationalisierungen und investieren, wenn überhaupt, im Ausland“, sagt Vieweg. Sein Fazit: „Was Deutschland dringend braucht, ist eine Reform des Arbeitsmarktes.“

Dieses Ergebnis dürfte dem Auftraggeber der Studie, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, kaum gefallen haben. Die Ergebnisse wurden nicht der Presse präsentiert – statt dessen veröffentlichte Ifo die Ergebnisse unauffällig in den monatlichen Publikationen des Instituts.

Welches Potenzial in Deutschland verloren geht, formuliert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Aus ihrer Sicht schaffen IKT-Investitionen die Möglichkeit, „die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen umzuwälzen“, schrieb die OECD im Jahr 2003 in einer rückblickenden Analyse des New Economy Booms des Jahres 2000. Länder, deren Wirtschaftswachstum stark von Technologie-Investitionen getrieben wird, hätten langfristig die Nase vorn.

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