Ifo-Index
„Abschwächung des Aufschwungs erkennbar“

Der Ifo-Geschäftsklimaindex deutet auf eine Abschwächung des Aufschwungs hin. Allerdings ist aus Sicht der Ifo-Konjunkturexperten „eigentlich nicht ganz genau“ klar, welche Faktoren für die Verschlechterung des Index eine Rolle gespielt haben. Die Finanzmarktkrise und der Höhenflug des Euro hätten sicherlich negativ beeinflusst, hieß es. Doch die Forscher sehen auch noch eine andere Ursache.

HB MÜNCHEN. Mit Ausnahme des Großhandels wiesen die meisten Bereiche im September beim Ifo-Index eine Verschlechterung auf. „Wir interpretieren die jetzige Folge von Verschlechterungen so, dass wir eine Abschwächung im Aufschwung haben“, sagte Ifo-Konjunkturexperten Gernot Nerb. Momentan sei es aber noch zu früh, um ein Urteil darüber abzugeben, ob diese Entwicklung beim Index tatsächlich auf die Wende beim Aufschwung hinweise. „Wir sehen noch nicht das Ende des Aufschwungs, aber eine Abschwächung ist doch erkennbar“, betonte Nerb.

Aus Sicht des Ifo-Konjunkturexperten ist „eigentlich nicht ganz genau“ klar, welche Faktoren für die Verschlechterung des Geschäftsklimaindex eine Rolle gespielt haben. „Aber die Turbulenzen auf den Finanzmärkten haben sicher Spuren hinterlassen; auch der hohe Euro-Kurs hat sicher eine Rolle gespielt“, sagte Nerb.

Der Ifo-Index ist im September auf 104,2 Punkte von 105,8 im August gefallen. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 105 Punkte vorausgesagt. Das Ifo-Institut ermittelt das Geschäftsklima auf Grund der Befragung von 7000 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel.

In der Industrie befänden sich die Einschätzungen zur Lage und zu den Aussichten immer noch auf hohem Niveau. Enttäuschend seien hingegen im September der Einzelhandel und die Bauwirtschaft und damit die beiden inlandsorientierten Komponenten des Geschäftsklimas. „Hier zeigt sich nichts von einer Belebung“, sagte Nerb. Es bestehe allerdings immer noch die Hoffnung, dass in den kommenden Monaten die Inlandsnachfrage stärker anziehe. Aber im laufenden Monat sei das nicht der Fall gewesen.

Ob diese Abschwächung bereits das Ende des Aufschwungs anzeige, werde sich aber erst in den kommenden Monaten erweisen. Die weitere Entwicklung des Ifo-Geschäftsklimaindex könne „nicht prognostiziert“ werden. Es seien sicher auch „einmalige Effekte, die da stärker hineingewirkt haben, die schlechten Nachrichten der letzten zwei, drei Wochen“, sagte Nerb. „Wenn sich die Nachrichtenfront bessert, wird es sich auch bei den Erwartungen bemerkbar machen“, sagte der Ifo-Experte.

Die Unsicherheiten an den Finanzmärkten hatten die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Viele Experten rechnen wegen der Turbulenzen und der Vertrauenskrise mit eingetrübten Aussichten für die Konjunktur.

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