Ifo-Index
Deutsche Unternehmen im Stimmungshoch

Die deutschen Unternehmen sind in Hochstimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat sich im Dezember erneut verbessert. Von einem „außerordentlichen Boom der deutschen Wirtschaft“ ist gar die Rede. Nur für einen Bereich wird bald eine kleine Delle erwartet.

HB BERLIN. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf 108,7 nach 106,8 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) in seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Das ist der höchste Stand seit 1991. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem außerordentlich starken Boom wie zuletzt 1990“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem unveränderten Stand gerechnet.

Auch die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung wird nach Ifo-Einschätzung die deutsche Wirtschaft nur geringfügig belasten. „Die Mehrheitsmeinung der Unternehmen ist mittlerweile, dass die Konjunktur nicht abgewürgt wird“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. Die Industrie sei in einer starken Verfassung. Vor allem bei den Investitionsgüterherstellern und im Maschinenbau sei ein "enorm starkes Geschäft" zu beobachten. Nur im Konsum werde sich in den ersten Monaten 2007 eine kleine Delle zeigen.

Die derzeit gute Stimmung wird offenbar von der Binnennachfrage, aber auch von den guten Exportaussichten gestützt. Mit dem jüngsten Kursanstieg des Euro können die Unternehmen Abberger zufolge noch über Monate leben. „Die Exporterwartungen sind weiter glänzend.“

Die rund 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre Geschäftsaussichten als auch ihre aktuelle Lage optimistischer. Der Teilindex für die Erwartungen auf Sicht von sechs Monaten stieg auf 102,5 von revidiert 100,2 Punkten im November, der Lageindex kletterte auf 115,3 von 113,9 Zählern.

Insbesondere die Erwartungskomponente beim Ifo ist sehr überraschend vor dem Hintergrund der Mehrwertsteuererhöhung. Optimistische Signale kamen allderings bereits in den vergangenen Wochen von den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten. Erst vergangene Woche hatten das Ifo-Institut und das Essener RWI ihre Konjunkturprognosen nach oben korrigiert und für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent vorhergesagt. Das Kieler IfW ist mit 2,1 Prozent sogar noch zuversichtlicher.

Auch die Zuversicht der Bundesregierung mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr wächst. Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach bejahte am Montag in Potsdam am Rande einer Konferenz die Frage, ob das Wachstum 2007 eine zwei vor dem Komma haben werde. Bisher liegt die offizielle Prognose der Bundesregierung bei rund 1,4 Prozent.

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