Ifo-Index
Gute Laune erhält einen Dämpfer

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli etwas stärker als erwartet eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Vergleich zum Vormonat deutlich. Die Ökonomen sehen derzeit vor allem ein Risiko für die Konjunktur hierzulande.

HB MÜNCHEN. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 106,8 auf 105,6 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte. Sowohl ihre gegenwärtigen Geschäfte als auch ihre Aussichten bewerteten die rund 7000 befragten Unternehmen skeptischer.

Insgesamt habe sich die Stimmung in der Industrie und im Einzelhandel verschlechtert, im Großhandel habe sich das Geschäftsklima dagegen aufgehellt. „Die Chancen im Exportgeschäft sahen die Industrieunternehmen immer noch sehr positiv, wenn auch in etwas geringerem Maße als in den Vormonaten“, erklärte das Ifo.

Trotz des Stimmungsdämpfers ist die Stimmung noch so gut wie im Jahr 1991, nach dem Wiedervereinigungsboom. „Die konjunkturelle Entwicklung bleibt weiterhin aufwärts gerichtet“, heißt es.

Weil sich der Frühindikator seit Ende 2005 fast jeden Monat verbessert hatte, rechneten Analysten für Juli bereits mit einem leichten Rückgang. Der Teilindex der Lage ging von 109,4 auf 108,6 Punkte zurück. Der Teilindex der Erwartungen gab von 104,2 auf 102,6 Punkte nach.

  Tabelle: Zeitreihen für das Ifo-Geschäftsklima

Vor allem die hohen Ölpreise können nach Einschätzung des Ifo-Instituts die deutsche Konjunktur belasten, falls sie auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Zusätzlich zu dem konjunkturgetriebenen Anstieg der Ölpreise komme jetzt noch die Unsicherheit wegen der Konflikte im Nahen Osten, die die Preise treibe, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. „Das gibt jetzt schon Unsicherheit, man muss dann sehen, wie nachhaltig das ist“, sagte er.

Das Ifo-Institut sehe derzeit aber keinen Grund, seine Prognose eines Wirtschaftswachstums von 1,8 Prozent für Deutschland in diesem Jahr zu ändern. Abberger machte zudem deutlich, dass eine weitere kleine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank aus seiner Sicht vertretbar wäre. Er empfahl der Notenbank aber, danach wieder abzuwarten und die Entwicklung der Daten zu beobachten.

Die Finanzmärkte reagierten etwas verunsichert auf die Daten. Der Dax notierte zwar zunächst etwas höher, rutschte dann aber unter das Vortagesschlussniveau ab.

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