Ifo-Index sinkt
Dämpfer für die deutsche Wirtschaft

Die Ukraine-Krise drückt auf die Stimmung der deutschen Wirtschaft. Im Mai schätzen die Unternehmen ihre Geschäftsaussichten pessimistischer ein. Eine Trendwende nach unten ist das aber noch nicht.
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Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist im Mai auf ein Jahrestief gesunken. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel um 0,8 auf 110,4 Punkte, wie das Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 110,9 Zähler gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft legt eine Verschnaufpause ein", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten schlechter als zuletzt.

In allen Branchen trübte sich das Geschäftsklima ein - von der Industrie, über den Handel und die Bauwirtschaft bis hin zu den Dienstleistern. Allerdings ist die Stimmung etwa in der Industrie nach wie vor recht gut. "Vom Export werden weiterhin verstärkt Impulse erwartet", so Ifo-Chef Sinn.

Damit verdichten sich die Hinweise, dass Europas größte Volkswirtschaft nach dem starken Jahresauftakt im Frühling an Schwung verliert. Von Januar bis März hatte es mit 0,8 Prozent das größte Plus seit drei Jahren gegeben. Im laufenden Quartal dürfte sich das Wachstum etwa halbieren. "Ein Beinbruch ist dieser Rückgang allerdings nicht", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die deutsche Wirtschaft expandiere stark. "Deutschland spielt weiter in seiner eigenen Liga - zumindest innerhalb der Euro-Zone", sagte auch Ökonom Carsten Brzeski von der Großbank ING.

Das Barometer für die derzeitige Lage gab um 0,5 auf 114,8 Zähler nach. Hier war ein kleiner Anstieg auf 115,5 Punkte erwartet worden. Der Index für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten fiel um 1,1 auf 106,2 Zähler. Experten waren hier von 106,6 Punkten ausgegangen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ifo-Index sinkt: Dämpfer für die deutsche Wirtschaft"

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  • Die veröffentlichten Indikatoren sind sehr wohl wichtig. Allerdings haben sich die Märkte aufgrund der schlechten Daten auch aus USA nicht bewegt, d.h., die Fundamentaldaten wirken sich auf das Spekulationsvehikel Wertpapiere nicht mehr aus. Für mich ein Zeichen der absoluten Blasenbildung.
    Die laufenden Geschäfte mit Russland werden noch abgewickelt, für einen Zeitraum von 1 Jahr dürfte sich also die Krise um die Ukraine nicht direkt auswirken. Das Nachfolgegeschäft aber wird ins Stottern geraten und ich gehe davon aus, dass es für das Russlandgeschäft keine weiteren Hermesbürgschaften mehr geben wird, die Aussichten dürften mehr als trübe sein...

  • Wieso ist das eine Eilmeldung wert, wenn die Kaffeesatzleser sich eine neue Zahl ausgedacht haben???

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