Ifo-Index steigt wieder
Deutsche Wirtschaft zurück auf Kurs

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November nach sechs Rückgängen in Folge wieder aufgehellt. Der Geschäftsklima-Index stieg von 103,2 auf 104,7 Punkte. Die Börsen reagierten sofort.
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MünchenStimmungsaufheller für die deutsche Wirtschaft: Das Geschäftsklima hat sich im November nach sechs Rückgängen in Folge wieder verbessert. Der Index stieg von 103,2 auf 104,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen weiteren Rückgang von Deutschlands wichtigstem Konjunkturbarometer auf 103,0 Zähler erwartet.

An den Börsen wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Der Dax baute seine Gewinne aus und stieg um 0,5 Prozent. Allerdings warnte das Ifo-Institut vor allzu großem Konjunkturoptimismus. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe: „Es ist zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen.“ „Der Abschwung ist zumindest unterbrochen“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

Die Führungskräfte schätzten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser ein als zuletzt. Im Groß- und Einzelhandel, im Bauhauptgewerbe und in der Industrie verbesserte sich das Klima. „Vom Exportgeschäft werden weitere Impulse erwartet“, sagte Sinn. Bei den Dienstleistern zeigte das Barometer dagegen leicht nach unten.

Damit wächst die Hoffnung, dass Unternehmen wieder mehr investieren und so die maue Konjunktur anschieben. Positive Signale kamen zuletzt vor allem vom Privatkonsum. Die Kauflust der deutschen Verbraucher hatte Deutschland auch vor dem Absturz in die Rezession bewahrt: Nach dem schwachen Frühjahr war die deutsche Wirtschaft im Sommer wieder leicht gewachsen. Unternehmen investierten dagegen deutlich weniger in Ausrüstungen wie Maschinen oder Fahrzeuge als im Vorquartal.

Konjukturbarometer

Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex

von Oktober 2013 bis Oktober 2014 (Punkte)


Wegen der Verunsicherung durch Krisen wie in der Ukraine und im Nahen Osten hatten viele Experten ihre Wachstumsprognosen zuletzt deutlich gesenkt: Für 2014 dürfte es nur noch zu einem Plus von rund 1,2 Prozent reichen. Für das kommende Jahr gehen die Prognosen auseinander. Während die Bundesregierung eine Beschleunigung auf 1,3 Prozent erwartet, rechnen die Wirtschaftsweisen mit einem Rückgang auf 1,0 Prozent.

Nach dem starken ZEW-Index aus der Vorwoche hatten einige Anleger auch beim Ifo auf diese positive Überraschung gehofft. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen war im November auf plus 11,5 Zähler von minus 3,6 Punkten im Vormonat gestiegen, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner Umfrage unter 220 Anlegern und Analysten mitteilte.

Dazu dürften die Wachstumszahlen für die Euro-Zone beigetragen haben, die aus Sicht von ZEW-Präsident Clemens Fuest für eine wirtschaftliche Stabilisierung sprechen. Der Währungsraum schaffte im dritten Quartal ein Plus von 0,2 Prozent.

Vor der Veröffentlichung des Ifo-Index haben die Dax-Anleger am Montag Vorsicht walten lassen. Der deutsche Leitindex startete mit 9719 Zählern knapp im Minus. In der Vorwoche hatten Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der Euro-Zone und die überraschende Zinssenkung in China den Dax mehr als fünf Prozent in die Höhe getrieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ifo-Index steigt wieder: Deutsche Wirtschaft zurück auf Kurs"

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  • Tja, irgendwie scheint der Weltuntergang, den sich einige Herrschaften seit Jahren herbeiwünschen, einfach keinen Bock auf seinen Auftritt zu haben.
    Und irgendwie scheint die deutsche Wirtschaft sehr robust zu sein. Mann, was wurde nicht wegen der paar Sanktiönchen geheult.
    Leider müssen Weltuntergangspropheten, Verschwörungstheoretiker angesichts positiver Wirtschaftsmeldungen erst einmal bis auf weiteres Trost bei compacten Nachrichten und "Russia TV" suchen. Zu guter Letzt kaufen sie noch ein paar Stücke Gold überteuert bei der letzten Hoffnung Deutschlands ein und wundern sich dann, dass Gold sich Richtung Süden verabschiedet... Dann warten und warten sie auf den Weltuntergang und die Gelegenheit endlich mit ihren paar Goldmünzen Tabak, Dosenfutter und Seidenstrümpfe auf dem Schwarzmarkt kaufen zu können.

  • >> Deutsche Wirtschaft zurück auf Kurs >>

    #Glaube keiner Statistik oder Studie, die du nicht selbst gefälscht hast !

    Hier muss jemand getrickst haben, dass die Bude wackelt !

    Woher bitte schön soll denn das Wachstum kommen ?

    Ist jetzt plötzlich Petrus zu uns gnädig ?

    Unfassbar, wie man hier verdummt wird !

  • Der ESM (Euro-Schuldenländer Rettung) und das EEG (Erneuerbares Energie Gesetz) in Form einer grünsozialistischen Energiewende stehen einer wirtschaftsfördernder Marktwirtschaft und damit einen EU-Deutschen Wirtschaftsaufschwung gegenüber.
    ESM/EEG = erst kommt der Mangel und dann die Armut!

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